Anna

BERLIN FASHION WEEK AW 2015 RECAP: MENSCHEN STATT MODE

Die Mercedes-Benz-Fashion-Week Berlin funktionierte dieses Jahr auch ohne Bread and Butter – besonders wieder auf den Social Media Kanälen. Deutschlands Fokus lag eine Woche in der Hauptstadt, doch leider schienen die News der Berichterstattung sich eher um die C-Promis und Boris Beckers Tochter auf dem Catwalk zu drehen. Die Mode selbst, die doch eigentlich im Vordergrund stehen sollte und sich von Saison zu Saison auch mehr und mehr sehen lassen kann, scheint ein Beiwerk zu sein.

Kleine wie große deutsche Designer machen sich mit ihren in Berlin gezeigten Entwürfen immer positiver bemerkbar, sind auf dem Weg im umkämpften Markt ernst genommen zu werden. Ihre Mode wird aussagekräftiger und teils entstehen vereinzelt neue Trends, Kopien von vor drei Saisons und alte Schlager sind dennoch oft zu finden. Warum sich die Presse aber eher mit den C-Promis anstatt der Designer bestäftigt und Erstere überhaupt in die Frontrow gesetzt werden, obwohl sie sicherlich für kein Image zuträglich sind, ist für uns die große Frage. Und so widmen wir uns hier in diesem Beitrag den Designern, die es verdient haben – positiv oder negativ – erwähnt zu werden.

Bobby

Der Newcomer war dieses Jahr Bobby Kolade, seine Show im Berghain wurde mit großem Interesse entgegengefiebert. Kein Wunder, denn mit seiner ersten Kollektion wurde ihm vom Berliner Senat der “Start Your Fashion Buiness Award” verliehen. Sein Markenzeichen sind die vielen unterschiedlichen Materialien, wie unter anderem Lubago, eine Baumrinde von einem afrikanischen Feigenbaum. Auch gleicht in seinen Kollektionen nicht ein Teil dem Anderen . Als Inspiration für die Show diente dem halb Deutsch, halb Afrikaner der Hof vor seinem Büro und die verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die er darauf sieht. Die Pantone Trendfarbe des Jahres “Marsala” ist ebenfalls zu sehen, wie bunte Pailetten und edle Blazer in metallischer Optik.

Lila

Die Farbe Lila war bei der dieser Berliner Fashion Week neben Marsala, wohl die beliebteste Farbe.  Vielleicht weil sie, wie die Krokusse im Frühling, uns auf das Ende des Winters aufmerksam macht. Aber noch wahrscheinlicher, weil das leichte Flieder namens “Radiant Orchid” vor “Marsala” die Trend-Farbe des letzten Jahres war (aber eben des letzten Jahres!). Barre Noire zeigt den hellen Violetten Ton an einer schlichten Vokuhila-Bluse. Der Reifrock-Fakefur-Mantel besticht schon so durch seinen auffälligen, kantigen Schnitt. Das Styling der Models komplementiert diesen Look von Thomas Hanisch. Das zweigeteilte Kleid mit raffiniertem Schlitzausschnitt aus der “Material Magic Kollektion” von Riani fällt durch seinen Fransenrock und den transparenten Stoff des Oberteils, leider nicht unbedingt trendsetting, auf.

Leder

Wie jedes Jahr war das beliebtestes Material – Drumrolls – Leder. Jeder macht in Leder, aber das hat wahrscheinlich seinen guten Grund und die Nachfrage besteht schließlich noch. Leider ist das Senfgelb 2009 immer noch bei einigen Shows zu sehen gewesen, wie hier beispielsweise bei Malaikaraiss, die sonst aber eher als Fashion Forward gilt und die wir hier nicht weiter rügen wollen. Cooler ist der Schwarz/Marsala-Mantel mit aufgesetzten Taschen und Highlights in glattem Leder bei Rebekka Ruétz. Maskulin ist das transparente Kleid in zerfetzter Optik mit Lederrock von Augustin Teboul.

Ungewöhnlich war ebenfalls die Spring/Summer Kollektion der Britin Charlotte Ronson, die am Montag als Eröffnungsshow der Berlin Fashion Week startete. Pastell Töne und leichte Stoffe waren hier prägnant. Neben der internationalen Designerin waren auch internationale Stars wie Katie Holmes und Liz Hurley in Berlin. Trotzdem hoffen wir, dass der Berliner Fashion-Zirkus sich wieder darauf konzentriert, was in der Manege passiert, und nicht im eher  unwichtigen Publikum.

Text: Paulina Wohlert

© Mercedes-Benz Fashion

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