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BERLIN FASHION WEEK SS15 – TRENDS AND ENDS

Berlin Fashion Everywhere – wer in den vergangenen Tagen die Online- und Offline-Berichterstattungen zur Berliner Fashion Week verfolgte, hat schnell gemerkt, dass der unglaublichen Flut an Bildern kaum gerecht zu werden war. Instagram, Facebook, Twitter und Pinterest – scheinbar jeder Social Media Kanal präsentierte uns die It-Pieces der Berliner Designer. Wir fassen zusammen…

Doch je mehr Eindrücke wir erhalten, desto schwieriger wird es, aus den zahlreichen Designs der Schauen ebendiese zu extrahieren, die uns nicht nur zur Zeit der Berliner Modewoche unterhalten, sondern tatsächlich auch in den kommenden Sommer begleiten werden. Wir stellen uns heute der Herausforderung und wagen anhand der Bildgewalt der vergangenen Woche eine Prognose für die bevorstehende Frühjahr-/Sommer-Saison 2015.

Foto 2Foto 1xPuristisch in Pastell oder Mut zum Muster

Farblich bleibt es locker-leicht. Die pastelligen Töne der diesjährigen Frühjahr-/Sommer-Looks bleiben uns auch 2015 erhalten. Die Berliner Designer präsentieren Lavendel, zarte Rosé- und Blau-Töne und Beige. Ganz besonders im farblichen Fokus standen allerdings Mintgrün und Weiß. Ob bei Perret Schaad in ungewöhnlicher Zusammenstellung mit Gras-Grün, bei Kilian Kerner als Komplett-Look aus Culottes und Long-Blazer oder bei Hien Le in eleganter Komposition zu Weiß – im nächsten Sommer werden wir an Mintgrün sicherlich nicht vorbei kommen. Weiß präsentiert sich vorwiegend im Komplett-Outfit als Hosenanzug oder langem Kleid sowie in Kombination mit Pastell und bleibt in Form von Pumps und Plattform-Plateaus im kommenden Sommer erhalten.

Für diejenigen die es gerne etwas weniger schlicht mögen, präsentieren die Berliner Designer konträr zu eleganten Pastell- und Weiß-Tönen All-Over-Prints. Ob inspiriert vom Afrika-Look bei Lena Hoschek, technikbegeistert im 3D-Style bei Julian Zigerli oder pop-religiös inszeniert bei Kilian Kerner – wer auffallen will beweist im Sommer 2015 Mut zum Muster.

Foto 3Tiefe Einblicke.

Ganz im Sinne des immer wieder aufflammenden NSA-Skandals und der Selfie-Manie im Social Web geben wir auch modisch im analogen Leben immer mehr von uns preis. Nachdem Transparenz bereits in diesem Sommer ein heißes Thema ist, nähern sich die Berliner Designer dem Trend zum Durchblick auch in den Kollektionen für das nächste Jahr weiter an. Das Spiel mit der Sichtbarkeit scheint auf der Modewoche allgegenwärtig und bei fast jedem Designer in ganz individuellem Zugang realisiert. Isabelle de Hillerin setzt beispielsweise transparente Akzente an Ärmeln und Oberkörper, Rebekka Ruètz und Schumacher ergänzen ihre Entwürfe durch transparente Lagen und Hien Le setzt das offenherzige Thema sogar für den Office-Look um.

Foto 4A-Linie, hoher Bund, Culottes, Blouson – mit diesen Trends ist noch lange nicht Schluss.

Neben den obligatorischen Umbrüchen von Saison zu Saison bleiben die Berliner Designer vielen Elementen des diesjährigen Sommers treu. So freut es uns, dass wir einige unserer lieb-gewonnenen Stücke des langsam ausklingenden Sommers 2014 auch im kommenden Jahr ohne bedenken tragen können. Malaika Raiss, Bobby Kolade und Dawid Tomaszewski halten in ihren neuen Kollektionen an Blousons fest. Lala Berlin, Tim Labenda und Dawid Tomaszewski präsentieren Culottes. Röcke und Hosen werden außerdem im nächsten Sommer weiterhin mit hohem Bund und am liebsten in Kombination mit seidigen Blusen getragen. Auch der Oversize-Look verschwindet nicht. Malaikarais, Michael Sontag, Ce’Nou (die Kooperation von C’est Tous und Eva Padberg) und diverse andere Designer setzen auf die bequemen Begleiter im Alltag. Was kommen Sommer ganz stark auftritt: die A-Linie, besonders bei Röcken, Jumpsuits, Material Mix mehr denn je.

Foto 5Do not try this at home.

Um modisch im lauten Berlin aufzufallen muss ein Outfit entweder extrem lange aus der Modewelt verschwunden sein oder ganz besondere Schockwirkung haben. Zwei Looks der Designer Marc Cain und Vladimir Karaleev sowie ein Modetrend der definitiv nicht alltagstauglich ist, könnten diese Anforderungen erfüllen. Marc Cain erweckte ein jahrelang aus der Mode verschwundenes Element neu zum Leben und wagte sich nach der Wiedererweckung von Jeansjacke und Denim-All-Over-Looks tatsächlich an den Jeansmantel heran, beindruckte aber sonst mit einer toll geschnittenen, klassischen wie elegant und lässigen Kollektion. Vladimir Karaleev zeigte sich noch ein Stück mutiger und schickt seine Models in Radlerhosen über den Laufsteg. Uns begegnete ein weiteres Phänomen in zahlreichen Schauen der Berliner Modewoche: Der #Freethenipple-Trend ist kein neuer und wird in Editorials ,wie seit Jahren auf Modenschauen, als immer gern gesehenes aber im realen Leben nicht gern getragenes Stilmittel eingesetzt.

Deutsches Modebewusstsein im Wandel?

Auch wenn uns in den Frühjahr-/Sommer-Kollektionen der Berliner Fashion Week keine bahnbrechenden Neuheiten begegnet sind und die Modegeschichte in Berlin noch lange nicht wie in anderen Modemetropolen geschrieben wird, zeigen die heimischen Designer gute Ansätze und einmal mehr, dass Deutschland sich nicht verstecken muss. Die ungebrochene Präsenz und die gefühlt stetig ansteigende Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Berliner Modewoche zeigen ebenso auf, dass das Bewusstsein für Mode und Stil immer mehr in den Fokus der deutschen Gesellschaft rückt. Designer wie Modeliebhaber sind dabei sich einen Weg zu ebnen, die lokalen Modelabels zu begleiten. Der Hype um eigene Brands, wie es in New York der Fall ist, steht in Berlin noch aus. Dafür muss aber auch erst etwas Neues, etwas Eigenes, etwas ungesehenes geschaffen werden. Aber wie gesagt, wir sind auf einem guten Weg…

Text: Larissa Lenze

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