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BUCHTIPP: „BETTINA RHEIMS“ – EINE RETROSPEKTIVE

Der TASCHEN Verlag zeigt im neuen Bildband das Beste aus 35 Jahren Bettina Rheims und damit von Chanel-Werbung, über nackte Fremde in heruntergekommenen Hotelzimmern bis hin zu ihren berühmten Gender Studies den eigenen, besonderen Stil einer Fotografin, die mit Vor- und Darstellungen traditioneller Erotik-Inszenierungen bricht.

rheims_ce_int_box004_03168_1512031239_id_1017611Ende der Siebziger Jahre fängt Bettina Rheims an, die Seiten zu wechseln und begibt sich hinter die Kamera. Ab 1971 hatte sie selbst als Model gearbeitet und dann von keinem geringeren als Helmut Newton das Fotografieren gelernt. Ihre ersten Modelle waren Pariser Stripperinnen. Das Thema sexueller Versuchung und Voyeurismus bildet schon damals den Schwerpunkt ihrer Arbeit, der sich später durch ihre gesamte Karriere zieht.  Im TASCHEN Verlag ist jetzt ein Bildband in Form einer limitierten Collector’s Edition erschienen, der von Bettina Rheims persönlich signiert ist.

Ihren internationalen Durchbruch schaffte die Künstlerin 1992. Nach „Female Trouble“ erschien ihr zweiter Bildband „Chambre Close“ und löste einen Skandal aus. Die erotischen Bilder von spärlich bekleideten oder komplett nackten Frauen in Pariser Stundenhotels sorgten für Aufruhr. Der Frankfurter Kunstverein muss damals die freizügigen Werbeplakate für die zugehörige Ausstellung überkleben lassen und Alice Schwarzers Emanzipations-Blatt „Emma“ wettert ebenfalls gegen ihre Kunst. Die Bilder wirken wie erotische Fantasien, wie sie sich nur im Geheimen und hinter verschlossen Türen verstecken. Frauen, die sich spontan für Amateurfotografen die Blusen aufknöpfen und Röcke bis zum Baunabel hochziehen um ihre Geschlechtsteile zu entblößen. Teil des bekannten Bildbandes sind passend dazu fiktive Tagebucheinträge eines Erotik-Amateurfotografen. Die Texte schrieb Bettina Rheims damaliger Ehemann Serge Bramly.

Auch dem TASCHEN-Band „Bettina Rheims“ liegt ein Begleitband bei – eine Art persönliches Tagebuch mit Notizen und Einblicken in die Arbeitsweise der Fotografin. Auf über 450 Seiten bilden rund 500 Fotografien eine Retrospektive, die sowohl ihre künstlerische, als auch kommerzielle Arbeit für Modemagazine, Plattenfirmen und Werbeagenturen impliziert. Die Vielfalt an Motiven und Modellen von unbekannten Fremden bis zu Supermodels wie Kate Moss und Naomi Campbell machen dieses Buch so besonders.

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Text: Laura Lück
© TASCHEN Verlag

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