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BUCHTIPP: HORST – PHOTOGRAPHER OF STYLE

Er ist einer der (!) Modefotografen des 20. Jahrhunderts: Vor Horst P. Horsts Linse wollten sie alle und er hatte sie auch alle. Jetzt erscheint sein Lebenswerk zusammengefasst in „Horst: Photographer of Style“ auch auf Deutsch – und es ist mehr als einen Blick wert…

“Wenn Du auch nur ein bisschen adelig warst oder in der Gesellschaft einen Namen hattest, dann war es wichtig, von Horst fotografiert zu werden”, sagt Anna Wintour über den 1906 geborenen Modefotografen. Er hat sie alle fotografiert: Marlene Dietrich, Rita Hayworth oder Bette Davis. Starporträts waren ebenso seine Spezialität wie das Fotografieren der bekannten Mode-Kollektionen. Horst Paul Albert Bohrmann, alias Horst P. Horst, arbeitete in New York oder Paris. Er machte Projekte mit dem Surrealisten Salvador Dalí und schoss insgesamt 94 Titelbilder für die Vogue. Damit war er ihr Stilgeber.

Doch was konnte Horst, was andere seiner Zeit nicht konnten? Der in Deutschland geborene Fotograf und spätere amerikanische Staatsbürger war ein Meister des Lichts, der Komposition und der atmosphärischen Illusion. So hüllte er alles in eine Welt voll sinnlicher Eleganz. Nicht ohne Grund bezeichnete man ihn als “Magier des Lichts“. Er wusste, wie er auf seinen Bildern mit Hell und Dunkel spielen musste. Horst liebte Schatten. Sie verhüllten seine Werke in ein geheimnisvolles Dunkel. Das Model Carmen Dell’Orifice sagte einst über ihn, niemand habe besser gewusst, wie das Licht auf ein Objekt fallen muss. „Lighting is more complex than one thinks. There appears to be only one source of light. But there were actually reflectors and other spotlights. I really don’t know how I did it. I would not be able to repeat it“, sagt er selbst über eines seiner bekanntesten Bilder, dem “Mainbocher-Korsett”, auf dem er eine Frau im Korsett von hinten fotografiert hat.

Noch bis ins Jahr 1992 arbeitete Horst als Fotograf. Er hörte nur damit auf, weil seine Augen nicht mehr so wollten, wie er es gerne noch zehn weitere Jahre gehabt hätte. Am 19. November 1999 stirbt der Modefotograf im stolzen Alter von 93 Jahren. Jetzt kommt die ultimative Hommage an ihn: Ein Buch mit verschiedensten Werken aus seinen über 60 Jahren im Business. Nach einer großen Ausstellung im Londoner V&A Museum mit dem Titel “Horst – Photographer of Style“ kam das gleichnamige englischsprachige Buch. Jetzt gibt es auch eine Version auf Deutsch. Porträts von Stars wie Marlene Dietrich, Rita Hayworth oder Bette Davis sind dort ebenso zu finden, wie seine Arbeiten als Vogue-Fotograf, seine surrealistischen Aufnahmen und seine Reisebilder. Teile aus seinem Skizzenbuch, private Briefe und bisher unveröffentlichtes Material machen das Buch zu einem echten Horst-Insider. Nicht nur auf seine Modefotografien, sondern auch auf seine Aktfotografie und seine Liebe zur Natur und Kultur wird thematisiert. Für circa 50 Euro ist das Buch in Deutschland erhältlich.

„I don’t think photography has anything remotely to do with the brain. It has to do with eye appeal.“, sagt Horst selber, ein Mann, der das Auge für das gewisse Etwas hatte. Und auch nach seinem Tod noch zahlreiche Fotografen mit seinen Werken inspiriert. Eine Symbiose aus Kunst, Mode und High Society – das ist es, was seine Bilder ausmacht und auch der Grund, warum er zusammen mit Namen wie Irving Penn und Richard Avedon genannt wird. Und deshalb finden wir, dass er vollkommen als „König der Modefotografie des 20. Jahrhunderts“ gekrönt wurde.

Text: Saskia Müller
© Instagram.com/holyrike

Mainbocher Corset (1939)

Ein von Horst P. Horst (@horstphorst) gepostetes Foto am

Round the Clock I (1987)

Ein von Horst P. Horst (@horstphorst) gepostetes Foto am

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