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BUCHTIPP: „MONEY“ – GELDSCHEINE FÜR DEN COFFEE TABLE

Dass Banknoten Geschichten erzählen können, beweist der Bildband „Money“. Dabei sind weltweit wiederkehrende Motive und Themen erkennbar, die das Grafiker-Trio Prill Vieceli Cremers gesammelt, vergrößert und gegenübergestellt hat.

„Geld regiert die Welt“, sagt man. Und irgendwie stimmt das ja auch. Geld beschäftigt den Menschen permanent – egal ob beruflich, privat oder natürlich in Politik und Wirtschaft. Wir haben entweder welches wie Heu, drehen jeden Cent zweimal um oder werfen es zum Fenster hinaus. Wer auf dem Abschlussball wie Falschgeld herumsitzt, hat es nicht leicht: Blüten will schließlich auch keiner haben. Redensartlich ist Geld sogar gleichzusetzen mit einer anderen wertvollen Instanz: der Zeit. Hunderte von Floskeln, Phrasen und Sprichwörtern, die Finanzielles beinhalten, benutzen wir ständig. Das bunt bedruckte Papier haben wir selbst geschaffen, um es täglich gegen Materielles und Dienstleistungen aller Art zu tauschen. Der Bildband „Money“ zeigt die Motive der Scheine, durch die ihnen erst ihr jeweiliger Wert aufgedrückt wird und gibt so Raum für eigene Gedanken zur persönlichen und gesellschaftlichen Bedeutung von Geld. So entdeckt der Betrachter Währungs-Design aus aller Welt, vergrößerte Details von Tieren, Landschaften, Gebäuden und berühmten Gesichtern.

TEASER_Money_high-1 (1)Was erst einmal zu fehlen scheint, sind Erläuterungen, etwa Informationen über Herkunftsländer, Gestalter oder die Abbildung selbst. Nicht ein einziges Wort findet sich zwischen den Buchdeckeln. Der Bildband will allerdings auch keine Hommage an internationales Geldschein-Design sein, vielmehr präsentiert er uns, was verschiedene Banknoten grenzübergreifend verbindet: Sie erzählen Geschichten von Ruhm und Macht, besitzen eine immer wiederkehrende Bildsprache und verkünden eine idealisierte heile Welt. Starke Menschen gehen körperlicher Arbeit nach, halten Werkzeuge und Fäuste in die Luft. Mächtige Tiere wie Nashörner, Adler und Löwen scheinen über das Geld zu wachen, große Felsen und beeindruckende Natur-Szenarien schmücken Bares. Die Bilder verkörpern Werte und Tugenden, wie Fleiß, Beständigkeit, Bildung und den festen Glauben an eine gute Zukunft. „Money“ lädt ein, über diese Dinge zu sinnieren, sie zu hinterfragen oder überhaupt einmal bewusst wahrzunehmen. Frei von Beeinflussung durch kulturelle oder politische Hintergründe. Da braucht es gar keine Wörter. Über Geld spricht man schließlich auch nicht.

„Money“ ist in der Edition Patrick Frey erschienen und vom Züricher Grafiker-Trio Prill Vieceli Cremers gestaltet.

Text: Laura Lück

© Prill Vieceli Cremers, Money, Edition Patrick Frey, 2015

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