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BUCHTIPP: „ÜBER YOGA: DIE ARCHITEKTUR DES FRIEDENS“ – MICHAEL O’NEILL

Yoga macht entkräftete Großstadtgemüter und schlaffe Schenkel wieder fit und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem anhaltenden Trend entwickelt. In seinem neuen Bildband „Über Yoga: Die Architektur des Friedens“ dokumentiert Fotograf Michael O’Neill die Entwicklung des Trendsports und hat sich auf Spurensuche nach seinen hinduistischen Ursprüngen nach Indien begeben.

oneill_yoga_fo_d_3d_05301_1509081735_id_994506Gestresste Großstädter stretchen, schwitzen, atmen und meditieren seit einigen Jahren auf bunten PVC-Matten um die Wette. Gemeinsam verwandeln sie sich in herabschauende Hunde, Krieger und Skorpione, denn: Yoga ist in, Yoga hält fit. Innere Ruhe und Gelassenheit ist bei lifestyleaffinen trendbewussten Menschen oberstes Ziel geworden. Raus aus dem kräftezehrenden Alltag, rein in die Lululemon Leggings. Danach gibt’s Green Smoothies und ein Afterworkout-Selfie.

Stretching-Challenges bei Facebook und Hashtags wie #YogaEveryDamnDay oder #StopAndDropYoga werden millionenfach bei Instagram verwendet. Flexibilität ist sexy und schließlich schwören auch die Models auf den indischen Sport der eigentlich gar keiner ist. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne.

Dass Yoga Studios in den letzten zehn Jahren massenhaft aus dem Boden zu sprießen scheinen, ist das Resultat einer jahrhundertealten philosophischen Lehre. Ursprünglich wollten religiöse Gelehrte durch das Übungssystem Konzentration sammeln, asketischen Erfahrungen begegnen und eins mit dem eigenen Bewusstsein werden.

Yoga, wie wir es im Schanzenviertel oder Berlin Mitte finden, hat mit den antiken Praktiken kaum noch etwas zu tun. Es ist vielmehr ein gelungenes Marketingkonzept, dass in Zeiten des scheinbar endlosen Strebens nach Selbstoptimierung besonders mit den körperlichen Auswirkungen lockt: Sixpack, Knackpo und Hüftspeck-Eliminierung.

Der Fotograf Michael O’Neill hat sich der Geschichte des Yoga visuell genähert und auf Reisen heilige Badrituale im Ganges, meditierende Mönche und traditionelle Yogazentren besucht und fotografisch festgehalten. Darüber hinaus hat er prominente Yoga-Fans wie Donna Karan, Sting und Trudy Styler getroffen, um dem Thema auch aus einem aktuellen Blickwinkel gerecht zu werden.

Aus diesen Arbeiten ist der Bildband „Über Yoga: Die Architektur des Friedens“ entstanden, der gerade im Taschen Verlag erschienen ist – ein absolutes Muss für jeden Yogi, der die antiken Ursprünge eines modernen Kulturphänomens verstehen möchte.

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Text: Laura Lück
© Micheal O’Neill / TASCHEN

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