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DESIGNER: FIVE FACTS ABOUT… HELMUT LANG

Vor rund elf Jahren zeigte Helmut Lang seine letzte Kollektion. Die Modewelt vermisst ihn seitdem, denn er prägte sie mit seinen minimalistisch-avantgardistischen Kollektionen. Helmut Lang blieb seiner reduzierten Linie treu und doch gab er durch neue Materialien jedem seiner Stücke eine ganz besondere Note. Von der Modewelt will er nichts mehr wissen. Dafür hat ihn die Kunstwelt.

Leben
Helmut Lang wurde am 10. März 1956 in Wien geboren. Doch er wuchs nach der Scheidung seiner Eltern in Salzburg bei seinen Großeltern auf und als Jugendlicher verbrachte er die Zeit in Wien. Dort entdeckte er auch seine Liebe zur Kunst. Diese Liebe war jedoch schwierig, denn seine Familie empfand diese Berufsspate als nicht angesehen. Außerdem gab es Momente, da suchte Lang vergeblich nach passender Kleidung. Allerdings fand er nichts passendes, was seinen Vorstellungen entsprach. Darum entschied er sich kurzerhand als Mode-Designer sein Glück zu versuchen. Er besuchte kein Studium, sondern erwarb sich die Fähigkeiten als Autodidakt. Trotz keiner Ausbildung, eröffnete er 1986 seinen ersten Store in Wien: ”Bou Bou Lang”. Den Durchbruch erlangt er damit nicht. Erst als in Wien eine Ausstellung im Centre Pompidou stattfindet, kann er zum ersten Mal seine Damenkollektion in Paris präsentieren. Im selben Jahr gründet er sein eigenes Label ,,Helmut Lang”. Jetzt lebt Lang zurückgezogen in Long Island und genießt sein Künstler-Leben. Der Öffentlichkeit zeigt er sich nicht oft und wenn, dann spricht er nicht viel über privates.

Label ,,Helmut Lang”
Die damaligen Modegrößen in Paris kreiierten extravagante Kollektionen, wie zum Beispiel Jean-Paul Gaultier, der für spezielle Schnitte und Farben bekannt war. Helmut Lang stach mit seinen schlichten und tragbaren Schnitten und Farben heraus und überzeugte damit das Publikum. Seine Prêt-a-portér-Kollektionen waren geprägt von Minimalismus, Klarheit und besonders extravaganten Stoffen, die ihm in den 1990er Jahren den internationalen Durchbruch verschafften. Er kombinierte clever seine klassischen Entwürfe mit High-Tech-Stoffen wie Gummi, PVC oder Nylon. Lange Zeit wollte er seine Heimatstadt Wien nicht verlassen und boykottierte das Pariser und auch New-Yorker Modeleben. Doch 1998 siedelte er nach New York um und war 2000 der erste nicht-amerikanische Modedesigner des ,,Council of Fashion Designers of America”. Dort erhielt er auch schon Jahre zuvor Auszeichnungen als bester Herrenmode-Designer und den ,,International Award”. Jetzt zeigte Lang seine Kollektionen nicht mehr in Paris, sondern in New York. Als erster Modedesigner präsentierte er seine Runway-Show in New-York via Livestream. Damit war er nicht nur revolutionär, sondern machte die Technik-Welt auf sich aufmerksam. Spätestens jetzt galt das Label Helmut Lang und auch er selbst als einer der wichtigsten Modeschöpfer dieser Zeit. Er war anders, neu und interessant. Seine Shows waren imme rperfekt inszeniert und er ließ Frauen und Herren gleichzeitig über den Laufsteg schweben. Gerade der Minimalismus, der in den 90er Jahren modisch eher nicht angebracht war, katapultierte Lang nach ganz vorne. Doch nicht nur der Minimal-Chic war das, was viele liebten, sondern die neue Art der Materialbverwendung. Intelligente Details erhöhten den Tragekomfort und verkörperten ein modernes Lebensgefühl. Er war der ,,Vater der Coolness” und wurde mit japanischen Designern wie Yohji Yamamoto verglichen. Helmut Lang provozierte die 90er Jahre mit seiner urbanen schlichten Kleidung, genauso wie mit seinen schmucklosen Präsentationen. Kein Schnick-Schnack, so wie es üblich war.: Ich wollte neugierig bleiben und unverbraucht und auf unschuldige Weise über Dinge nachdenken. Es fällt unheimlich schwer, sich seine Unschuld zu bewahren, wenn man in dieser Modenummer steck,” so Helmut Lang selbst.

Helmut Lang ohne Helmut
1999 verkaufte Lang schon 51 Prozent seines Anteils an die Prada-Gruppe und entgzog sich somit schon seiner Pflichten. Er hatte alles erreicht, was erreicht werden konnte und sehnte sich mit der Mode abzuschließen. 2004 war es endlich soweit: Helmut Lang verlässt sein Label. Eigentlich wollte er immer Künstler sein. Dieser Druck, der in der Modewelt immer wieder aufkommt, durch beispielhaft immer neue Trends, denen man sich beugen muss, war nie etwas für Helmut Lang. Die Modezyklen verändern sich immer schneller und nichts ist beständig. Auf der einen Seite wunderbar, doch viele Designer leiden unter diesem Druck. Darum auch ist er für viele Designer ein Vorbild, denn er entzog sich dieser Tyrannerei und lebte sein Leben so, wie es ihm passte: ,,Es lag an ihm und Martin Margiela, dass ich überhaupt auf die Idee kam, Mode zu entwerfen, sagte Raf Simons, heutiger Designer bei Dior.

Label heute
Heute gehört das Label der amerikanisch-japanischen Firmengruppe Link Theory Holdings Co. Ltd. Die Herrenmode wurde zwischenzeitlich eingestellt, doch seit 2014 wieder neu aufgelegt. Die Modemarke Helmut Lang lebt weiter und wird von einem internen Designteam entworfen. Sie wollen an den Stil Langs anknüpfen, doch auf keinen Fall kopieren. Grautöne, genauso wie schwarz, weiß und beige prägen die Kollektionen. Nur eins hat sich geändert: Die Mode hat sich dem oberen Preisigment abgewendet und ist nun in der mittleren Klasse wiederzufinden.

Kunst
Kunst war schon immer Lang’s Traum. Die Mode kam ihr zuvor und ließ Lang Erfahrungen sammeln, bevor er sich heute hundertprozentig der Kunst widmen kann. Doch auch damals war er neben seiner Erfolgsgeschichte als Modemacher immer interessiert an der Kunst. Alleinschon bei der Wahl seiner Materialien und Schnitte, konnte man die Liebe zur Kunst erkennen. Auch die Art, wie seine Mode vermarktet wurde: Nicht etwa nur in der Vogue, sondern auf Taxi-Dächern in New-York konnte man die schönen Stücke bestaunen. Der heute berühmte Modefotograf Juergen Teller verdankt auch ihm seinen Aufstieg, denn er leitete eine neue Ära der Backstage-Fotografie ein. Bei seinen Fashion-Shows fotografierte Juergen Teller die Models und veröffentlichte diese Fotos. Heute widmet er sich ganz der Kunst. Materialien sind Lang dabei sehr wichtig, genau wie in seinen Kollektionen. Materialien zu vermischen, zu verformen und zu verändern sind genau die Reize, die er in der Kunst sucht. Unerwartetes ist genau Lang’s Art sich auszudrücken. 1996 arbeitete er erstmalig auf der Biennale in Florenz mit der Konzeptkünstlerin Jenny Hirt zusammen und später auch mit Louise Bourgeois. Heute ist er immer noch polarisierend, revolutionär und ganz er selbst. Seine Kunst-Entwürfe erregen noch immer genau so viel Aufsehen, wie seine Mode. Die lässt er auch nicht ganz aus den Augen, denn mit seiner Ausstellung ,,Make it hard” 2011, die ihm zu seinem Durchbruch in der Kunst verhalf, räumte er mit seiner Mode auf. Er durchsuchte sein gesamtes Modearchiv und verwendete, auch in anderen Ausstellungen, Taschen, Kleider, Uhren und Gürtel. Sie wurden erst geschreddert und dann zu kunstvollen Skulpturen geformt. Doch den ganz großen Durchbruch in der Kunst erreichte er bis jetzt noch nicht. Dafür lebt er sehr glücklich und zufrieden in seinem Haus und arbeitet bei einer kleinen Gallerie. Ihm stehen alle Möglichkeiten offen und er führt ein glückliches Leben. Er kann sich endlich Materialien widmen, die in der Mode nicht verwendet werden durften: Holz. Er hätte liebend gerne Mode aus Holz geschaffen. Mit verschiedenen Materialien kann er jetzt als Künstler spielen.

Relaxed Proportions #helmutlang

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Men’s Summer 15 #helmutlang

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Fall’s most wanted: the Moto Leather Jacket #helmutlang #HLMedia

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Text: Marie-Louise Rehwoldt
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