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DESIGNER PORTRAIT: DRIES VAN NOTEN

In einem kleinen Dorf in Indien, wo man Stoffe noch mit der Hand auf riesigen hölzernen Maschinen webt, lässt sich, inmitten der bunt gemusterten Stoffe, gerade ein Designer inspirieren, der es versteht, ausdrucksstarke künstlerische Prints mit klaren Schnitten zu vermischen: Der belgische Modeschöpfer Dries Van Noten kleidet uns mithilfe dieser einzigartigen Stoffe in extravagante Individualität.

Nachdem die Fashionshow vorbei ist, reihen sich seine Models noch einmal vor dem Laufsteg auf, damit jeder Zuschauer die Werke in ihrem ganzen Detailreichtum betrachten kann: Pailletten schillern auf flügelartigen Mustern, Tüllröcke bilden das Unterteil zu BH’s , die über dem Top getragen werden. Gold glänzende Applikationen halten den Designer nicht davon ab, bei der Auswahl des dazu kombinierten Stoffes dezenter vorzugehen. Ein bisschen Madonna, ein bisschen Peggy Guggenheimein, ein bisschen aus den frühen Achtzigern. Seine Spring/ Summer 2016 Kollektion läd wieder dazu ein, sich in eine Welt inspiriert von Popkultur und Kunstgeschichte zu begeben.

Und auch wenn es scheint, als habe bereits jedes erdenkliche Muster den Laufsteg von Dries Van Noten passiert, gilt er aufgrund der schlichten Silhouetten und dem Understatement seiner Schnitte, als einer der tragbarsten belgischen Designer. Weich fallende Hosen und weite Blazer, die aussehen, als habe er sie aus der Männerabteilung gemopst, kann man auf dem Laufsteg begutachten, als auch klassische Teile wie Pullunder oder Capes. Die Mischung macht’s! Das Schaffen von Gegensätzen in seinen Kollektionen lässt jedes Teil zu etwas ganz Besonderem werden und bringt zuerst kontroverse Dinge in einen harmonischen Einklang.

Dass Handwerk auf seiner Prioritäten-Liste ganz weit oben steht, kann man sowohl an vielen aufwendigen Stickereien, als auch an seiner Vorliebe für die volkstümlichen Techniken Indiens, Marokkos oder Osteuropas, festmachen. Alle Stoffe werden eigens in kleinen traditionellen Familienunternehmen hergestellt.

„Manche Drucke waren schon zu ihrer Zeit schwierig zu produzieren und las­sen sich heute nicht mehr herstellen, etwa spezielle Pigmentprints. Oder handgewebte Stoffe, silberne Saris. Durch eine Flut sind die hölzernen Maschinen, auf denen sie in Indien ge­webt wurden, endgültig ruiniert“, Dries Van Noten

Neben Ann Demeulemeester, Dirk van Saene, Walter Van Beirendonck, Dirk Bikkembergs und Marina Yee zählte man den Belgier zu einer Gruppe, die mit ihrer avantgardistischen Mode in den 80er Jahren in London und Paris für jede Menge Trubel sorgten: Die „Antwerp Six“. Dieser Zusammenschluss legte den Grundbaustein für Dries Van Notens heutige Karriere. Die Sechs wussten, unter ihrem eignen Namen würde sich keiner für die bis dato noch unbekannten Absolventen der „Royal Academy of Fine Arts Antwerp“ interessieren. In einer Gruppe erregten sie das Interesse. Mit einem Truck und jeder Menge neuartigen Modeentwürfen ging es kurzerhand zur „London Fashion Week“: Es war ihr Durchbruch. Sie revolutionierten nicht nur die Mode und gaben der belgischen Stadt Antwerpen einen Platz auf der Liste der Modemetropolen, sondern sie wurden auch alle – dann unter ihrem richtigen Namen – mehr oder weniger bekannt. Dries van Noten selbst gründete dann 1985 das Label mit seinem Namen und ist heute einer der bekanntesten Designer der „Antwerp Six“.

Als Sohn eines Boutiquebesitzers und Enkel eines Schneiders wurde ihm der Bezug zur Mode quasi in die Wiege gelegt und so sind nicht nur die Kreationen des Belgiers besonders, sondern auch seine Einstellung: Während auf den Laufstegen immer mehr Pre-, Resort- und Subkollektionen gezeigt werden, entwirft Dries Van Noten vier Kollektionen im Jahr, zwei für Männer und zwei für Frauen. Mehr kommt dem Liebhaber der tiefgründigen Arbeit nicht auf seinen Laufsteg. Seine Mode soll etwas für Individualisten sein, die nicht auf der Suche sind, ihren Status in der Gesellschaft durch Markenlogos zu unterstreichen. Werbung in Modemagazinen sucht man von dem Label des 57-jährigen ebenso vergeblich, wie persönliche Skandalgeschichten. Sein Firmensitz ist heute wie früher in seiner Heimatstadt Antwerpen. Er entscheidet nicht nur alle kreativen und geschäftlichen Dinge seiner Firma, sondern entwirft auch fast alle Designs selber. Obwohl er 2009 den „Couture Council Award“ des Fashion Institute of Technology in New York verliehen bekommen hat und seine Mode im Pariser Museum Les Arts Décoratifs neben Kunstwerken von Picasso, Bronzino und Francis Bacon ausstellen durfte, bleibt er bescheiden. Er ist der genaue Gegensatz zu der Welt, in der er täglich seine Kreationen schafft.

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Text: Saskia Müller
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