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ECO IS THE NEW BLACK: NACHHALTIGE MODELABELS AUS HAMBURG

Der Gedanke, Mode nachhaltiger und unter fairen Bedingungen herstellen zu lassen und das Konsumverhalten in eine grünere, verantwortungsbewusstere Richtung zu lenken, verbreitet sich langsam aber sicher auch in Hamburg. Dass sich die Trends Bio, Öko, Share-Economy, Recycling, Fair Trade und Sweatshopfree in der lokalen Fashionszene durchsetzen, ist kreativen Köpfen zu verdanken, die ihre innovativen Ideen in Form von schönem Design und außergewöhnlichen Modekonzepten umsetzen.

Unsere Generation zeichnet sich mehr als jede andere zuvor, durch ein immens ausgeprägtes Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit aus ­– noch nie lagen biologische Ernährung, Fitness und Gesundheit so sehr im Fokus. Gleichzeitig wachsen wir jedoch in einer von Medien, Globalisierung und Massenproduktion geprägten Konsumgesellschaft auf, die für unsere alltäglichen und scheinbar selbstverständlichen Bedürfnisse in Sachen Mode und Lifestyle viele Opfer abverlangt. Umwelt, Tiere und Menschen leiden unter der Herstellung von Luxusgütern, Nahrung und Mode. Allerdings beweisen immer mehr Bewegungen und Trends, dass Fashion durchaus unter fairen und nachhaltigen Bedingungen hergestellt werden kann und dabei dennoch preiswert und chic sein kann. Was früher öko war, ist heute eben sexy. Eine Erkenntnis, die diese Modelabels auch in Hamburg etablieren wollen:

beliya

beliya_Bags_Charity_Fair_Recycling_Hamburg_Leather_LabelNach dem Motto „be good, be beautiful“ vereint beliya Mode mit Charity und kreiert Taschen und Accessoires aus recyceltem Leder. Das 2012 gegründete Label ist Deutschlands erstes Unternehmen mit nachhaltigen Lederwaren für den guten Zweck. Die Materialien beziehen die beiden Hamburgerinnen Andrea Noelle und Annika Busse aus Ledersofa-Retouren und Restposten von Modelabels wie Chanel, Yves Saint Laurent und Burberry, während sie das Design eigenständig entwickeln und anschließend unter fairen Bedingungen herstellen lassen. Doch nicht nur die Designerinnen übernehmen soziale und nachhaltige Verantwortung, auch die Kundinnen ermöglichen mit jedem Kauf, einem Kind in Entwicklungsländern die Schulbildung für ein ganzes Jahr. Alle Produkte von beliya werden daher mit einem Anhänger versehen, der den Namen des unterstützten Kindes und des jeweiligen Projekts trägt. Ziel von beliya ist es, das soziale Modelabel als stylish und trendweisend zu etablieren und Jedem die Möglichkeit zu bieten, auf einfachem Wege etwas Gutes zu tun.

Jan ‘n June

JannJune_Hamburg_Vegan_Fair_Nachhaltig_FashionDas brandneue Label verwendet ausschließlich Bio-Baumwolle und recycelte Materialien und gestaltet daraus cleane, schlichte und minimalistische Kollektionen, die vom typisch nordischen Flair angehaucht sind – ohne wilde Farbkombinationen oder Muster, dominieren hier klare und gerade Schnitte. Jan ‘n June ist dabei nicht nur nachhaltig, sondern zudem vegan und zeigt, dass „grüne“ Mode zeitlos trendy sein kann. Die Herstellung erfolgt transparent, persönlich und nach europäischen Standards in einem kleinen Familienunternehmen in Polen. Die beiden Studentinnen Jula und Anna sind mit dem Bio-Trend groß geworden und haben in ihrer Generation heranwachsende Designer und Kunden erkannt, die eine neue nachhaltige Modeszene prägen. Mit ihrem innovativen Label wollen in diesem Sinne neue Impulse setzen. Nach ihrer Teilnahme an dem Green Showroom auf der Fashion Week in Berlin, lenken die beiden Designerinnen mediale Aufmerksamkeit auf sich, schließen Kooperationen mit Berliner Shops und machen sich einen Namen als vielversprechendste Newcomer der nachhaltigen Designszene.

Kleiderei

Kleiderei_Hamburg_Fashion_Store_SharingJede Frau ist mit dem ewigen Problem vertraut, trotz eines überquellenden Kleiderschrankes, nichts zum Anziehen zu finden. Eine sinnvolle Alternative zum endlosen Kaufen von Klamotten, die früher oder später ohnehin in den Tiefen des Schrankes verloren gehen, bieten Pola Fendel und Thekla Wilkening mit der Kleiderei an. Hier werden Klamotten nämlich, etwa wie Bücher in einer Bücherei, verliehen statt verkauft – ein riesiger und für alle zugänglicher begehbarer Kleiderschrank, sozusagen. Dabei wollen die beiden modeaffinen Jungunternehmerinnen nicht etwa den Konsum an sich kritisieren, sondern eher die damit einhergehende Wergwerfgesellschaft. Mit ihrem Konzept wollen sie den Konsum also lediglich nachhaltiger gestalten und anderen umwelt- und modebewussten Frauen mit einer Monatskarte, oder einem sechsmonatigen Abo die Möglichkeit bieten, bis zu vier Artikel gleichzeitig für maximal zwei Wochen auszuleihen und somit für mehr Abwechslung in ihrer Garderobe zu sorgen.

Text: Paulina Kulczycki

© Paulina Kulczycki, beliya

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