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FASHION EDITOR’S LOOK: HEY, SUSPENDERS!

Wer braucht schon einen Gürtel, wenn man Hosenträger haben kann? The Kooples holt das männliche Accessoire gelackt und genietet in die Damengarderobe und bereichert jeden Look um eine Portion Ästhetik. Das war nicht immer so, denn vor allem für Frauen waren Hosenträger lange Zeit tabu…

Der Hosenträger waren einst nur der Männerwelt vorenthalten. Anfang des 18. Jahrhunderts kleideten sich vor allem die Arbeiter mit diesem praktischen Kleidungsstück, um mit Hilfe von Knöpfen oder Metallklemmen den Hosenbund in Taillenhöhe zu befestigen. Zu dieser Zeit war es Frauen nicht gestattet sich in Beinkleidern und anderer Männergarderobe zu zeigen. Die Kleider und Röcke mussten weit und lang sein, um möglichst viel des weiblichen Körpers zu verhüllen und um eine klare Abgrenzung der Geschlechter durch die Mode zu gewährleisten. Eine Rollenverteilung, die wir uns heute kaum noch vorstellen können.

Glücklicherweise schaffen es die Frauen dann Mitte des 19. Jahrhunderts sich langsam mehr Beinfreiheit zu verschaffen. Gleichzeitig geschieht die modische Revolution mit der Emanzipationsbewegung, allerdings wie wir wissen, ein sehr langsamer Prozess, mit vielen Gegnern. Als eine der ersten Frauenrechlerinnen setzte sich Amelia Bloomer für eine Reformkleidung ein und entwarf eine knöchellange, weite Hose für Frauen, die nach ihr benannt wurde (Bloomers). Der Kulturhistoriker Eugen Isolani äußert sich zu der neuen Kleidermode für Frauen und stellt fest, das noch nie etwas für so viel Aufregung gesorgt hat:

„Man verfolgt Frauen, die es wagen, ihren Rock ganz tief oberhalb der Füße in zwei Teile […] auslaufen zu lassen, so dass man diese Neuheit kaum bemerken und als Hose bezeichnen kann, mit spöttischem Gejohle auf den Straßen, so dass sich die unglücklichen Culotte-Trägerinnen in Häuser flüchten müssen. Und das geschah in Weltstädten, deren Bewohnerschaften gewöhnt sind, dass ihnen manche Extravaganz der Mode vorgeführt wird.“

Gut, dass wir heute nicht mehr leicht zu überraschen oder gar zu schocken sind. Mode ist lange nicht mehr so umstritten, fast jeder ist frei sich nach Belieben zu kleiden und dabei ist es kaum noch zu schaffen Neues zu erfinden. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als bereits Dagewesenes zu zitieren und Assoziationen zu wecken, wie eben mit Accessoires aus der Männermode. Zu den Hosenträgern trage ich eine Shorts aus Leder, ebenfalls von The Kooples, eine Strumpfhose von Wolford, ein Oberteil von Calvin Klein, Schuhe von Tory Burch und meinen geliebten Rucksack von Stella McCartney.

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Text: Saskia Weigel
© Patrick Schwalb

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