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FASHION GOES AUGMENTED REALITY

In Zeiten von Online-Shopping und Full-Time-Jobs müssen sich die Fashion-Retailer Gedanken machen, wie sie die Kunden wieder an den Point-of-Sale locken können. Ironischerweise scheint die Antwort auf dieses allgemein bekannte Problem der Händler digitaler Natur zu sein. Immer mehr Stores, gerade in den USA experimentieren mit Augmented Reality Technoligien, um den Einkauf wieder zum Erlebnis zu machen.

Der Kunde muss sich fühlen wie Alice im Wunderland und aus dem Staunen am besten gar nicht mehr heraus kommen. So oder zumindest so in etwa scheinen die aktuellen Überlegungen der Fashion-Industrie zu sein, wenn es darum geht die verwöhnten Online-Shopper wieder in die physischen Stores zu locken. Augmented Reality, also die meist vom Smartphone unterstützte Erweiterung des physischen Erlebens, so lautet die neue Geheimwaffe der Retailer. Zwei Vorreiter des Trends zur digitalen Realitätskorrektur sind die Beauty-Kette Sephora und das Modehaus Lacoste.

© ModiFace

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Der US-amerikanische Beauty-Store Sephora hat im März 2014 den weltweit ersten photo-realistischen 3-D Augmented Reality Spiegel vorgestellt. Der digitale Spiegel gibt Kunden die Chance die Lidschatten-Auswahl des Anbieters zu testen, indem er das Vorhandensein der Produkte auf dem Gesicht seiner Nutzer in Echtzeit simuliert. Gar keine schlechte Idee, da sich Kunden gerade im Beauty-Segment auf diese Art das unhygienische und wenig aussagekräftige Testen der Produkte am Handrücken ersparen.

Auch Lacoste springt auf den Augmented Reality Zug auf. Mit einer neuen App können die Kunden des Mode-Anbieters die Schuhe der Marke via Smartphone anprobieren und direkt über die App kaufen. Um die Anwendung nutzen zu können, muss sich der Kunde einfach auf eine ausgezeichnete Fläche im Store stellen und kann dann via Smartphone die Schuhe an seinen Füßen betrachten. Die App soll den Kunden das lästige Anprobieren und den anschließenden Weg zur Kasse ersparen.

© Lacoste

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Ein Vorteil des Trends zum Einsatz von Augmented Reality am Point-of-Sale ist, dass die Kunden durch den Si-Fi-Faktor der neuen Technologien tatsächlich wieder in die Stores gelockt werden, anstatt einfach von zu Hause aus zu shoppen. Der Erlebnisfaktor der Technologie ist beim ersten Testen hoch und kann, wie bei Sephora, sogar unhygienische Produkttests ersetzen. Einige physische Merkmale wie die Konsistenz des Lidschattens oder der individuelle Sitz des Schuhs bleiben bei den neuen Erfindungen jedoch auf der Strecke, wodurch die Technologien nur teilweise das wirkliche Erlebnis ersetzen. Wenn auch derzeit noch nicht vollständig ausgereift – ein spannender Schritt in die richtige Richtung sind die In-Store-Anwendungen aber auf jeden Fall.

Text: Larissa Lenze

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