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FASHION NEWS: EIN JAHR – EIN OUTFIT

Jeden Tag stellen sich Hunderte von Frauen die Frage, was sie bloß anziehen sollen. Die Suche nach dem Outfit stresst, nimmt Zeit und kann frustrieren. Da wir uns eh schon mit so vielen Fragen belasten, beendete Matilda Kahl die leidige Suche und beantwortet sich ganz simpel schon mal eine: Ein Alltagsoutfit muss her.

Alles begann mit einem typischen Montagmorgen. Wieder einmal plagte die 27-jährige nur eine Frage: Was ziehe ich bloß an? Eher formell? Oder ziehe ich doch die hohen Stiefel mit dem Rock an? Oder ist es doch zu viel? Matilda ist Creative und Art Director in New York bei einer bekannten Werbeagentur, dort gibt es keinen richtigen Dresscode. Die Qual der Wahl zwischen dezent, schick, selbstbewusst, aber nicht zu stark, muss selbst getroffen werden. Dem Modemagazin Harpars Bazar erzählte sie: ,,Ich stand ewig vor meinem Schrank und konnte mich nicht entscheiden, was ich anziehen sollte. Während meine männlichen Arbeitskollegen ernst genommen wurden, ganz egal was sie anhatten, zermürbte ich mir mein Gehirn über meinen Look: ‘Ist dieser Rock zu kurz? Ist dieses Outfit zu formell? Dieser Pulli zu crazy? Schon in der U-Bahn hasste ich jedes einzelne Teil an mir. ‘‘ Komplett gestresst, fast zu spät und total unvorbereitet erschien sie an ihrem Arbeitsplatz, wo alle anderen Kollegen entspannt und gemütlich plauderten. Völlig entnervt bemerkte sie, dass sie ihren Pullover auf links trug und von da an war eines klar: Schluss mit täglichem Ärgern und her mit der Arbeitskleidung. Diese Entscheidung fasste Matilda Kahl jetzt vor drei Jahren und fühlt sich glücklicher als je zuvor.

Sofort nach dem Entschluss kaufte sie sich 15 weiße Seidenblusen und mehrere schwarze Hosen, ihre selbstverordnete Uniform. Für die persönliche Note fügte sie ein dünnes schwarzes Lederarmband, welches sie als Schleife um den Hals trägt, hinzu. Seit jetzt drei Jahren greift Matilda jeden Morgen zur schwarzen Hose und weißen Bluse. Je nach Wetterlage ergänzt sie dieses Outfit mit verschiedenen Schuhen oder Jacken. Im Sommer trägt sie ab und an einen kurzen schwarzen Rock und im Winter hält sie sich mit einem schwarzen Blazer warm. Friseur und Schmuck variiert sie auch, wie es ihr gefällt, damit trotzdem noch Abwechslung herrscht. Diese Entscheidung hat ihr Leben verändert. Kein langes und meist auch sinnloses vor dem Kleiderschrank stehen und sich fragen, was ziehe ich bloß heute schon wieder an. Nein, der Morgen spielt sich viel gemütlicher ab. Da das Outfit klar ist, bleibt Zeit für ein ruhiges Frühstück, Sport am Morgen, Vorbereitungen für den Job oder einfach länger schlafen. “Ich fühle mich nicht nur wohl in diesem Outfit. Besser noch, ich mache mir überhaupt keine Gedanken mehr darüber”, so die 27-Jährige.

Doch wird das nicht irgendwann langweilig? Nein, ganz und gar nicht, so die 27-jährige: “Am Wochenende tobe ich mich umso mehr aus. Aber in der Woche muss ich mir keine Gedanken mehr über meine Kleidung machen und fühle mich immer wohl‘‘. Der Zwang jeden Tag gut und vor allem richtig gekleidet zu sein, fällt weg und erleichtert das Leben in vielerlei Hinsicht. Die Kleidung wird im Alltag nicht mehr so wichtig, die Gedanken kreisen nicht nur noch um das morgendliche Kämpfen und An- und Ausziehen tausender Kleidungsstücke, sondern beschränken sich auf die Arbeit oder andere Dinge.

Die Reaktionen waren gemischt. Ihre Arbeitskollegen waren begeistert, jedoch zu Beginn ein wenig verwirrt. Einige glaubten, Matilda sei einer Sekte beigetreten oder habe eine schlechte Wette verloren. Andere noch wollten ihr helfen, weil sie dachten, sie könne sich keine Kleidung mehr leisten. Doch zum Schluss finden alle ihre Arbeits-Uniform toll. Gerade veranstalteten Kollegen einen ‘‘Dress like Matilda Day‘‘ und erschienen alle in schwarzer Hose, weißer Bluse und schwarzem Lederbändchen. Nicht nur ihre Kollegen freuen sich über diese neue Idee, auch viele Frauen aus aller Welt sprechen sich für die Uniform aus und schicken Matilda Grüße und Fotos von ihrer eigenen Uniform.

Sie selbst liebt die Extravaganz in der Mode und kombiniert gerne Ausgefallenes mit Lässigem. Im Beruf jedoch liebt sie ihr Alltagsoutfit und wird sich auch zeitnah nicht davon trennen. Wenn dann doch mal wieder ein wenig mehr Abwechslung und Kreativität im Outfit sein soll, dann wird sich Matilda Kahl sicherlich nicht dagegen entscheiden. Doch verunsichern oder gar

Text: Marie-Louise Rehwoldt

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