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FASHION NEWS: HUSSEIN CHALAYAN – MODE IN BEWEGUNG

Der Designer, der Tische in Kleider verwandelte, nackte Models mit Gesichtsschleier neben vollkommen in Tschadors verhüllte Frauen über den Laufsteg schickte und rote Laserstrahlen in seine Kleider integrierte, entdeckt wieder einmal neues Terrain: In London zeigt er jetzt seine erste Tanzproduktion.

TeaserMagazinewolford_chalayan_theater_2Hussein Chalayan macht keine gewöhnliche Mode. Seine Schauen transportieren jedes Mal einen intellektuellen Anspruch und zeigen von Kunst, Politik, Weltgeschehen und Architektur inspirierte Entwürfe. Er bricht die Grenzen zwischen Fashion Show, Konzept-Kunst und Performance. So stieg im Jahr 2000 ein Model am Ende der Sommerkollektion in einen Couchtisch, der sich teleskopartig zu einem Rock entfaltete. Nach dem Table-Dress folgte 2001 das zusammenfaltbare Origami-Dress, 2007 entwickelte er das aus transparenten Plastikbällen bestehende Bubble-Dress und LED-Kleider, auf die er Kurzfilme projizierte.

Nachdem der britische Designer schon einmal Kostüme für moderne Tanzproduktionen gestaltete, hat er jetzt am Sadler’s Welles Theater in London die künstlerische Leitung für das Stück „Gravity Fatigue“ übernommen. Mit Hilfe von Moods, Skizzen, weiteren Medien und in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Damien Jalet verwirklichte Chalayan seine Visionen gemeinsam mit 13 zeitgenössischen Tänzern. Die Kostüme sind wesentlicher Bestandteil der Show, folgen den Körpern und Bewegungen der Tänzer, um sie im nächsten Moment wieder völlig einzuschränken.

„I feel very honoured to be given this opportunity at Sadler’s Wells, to be able to extend my interests and world view into the realms of performance and dance. Fashion for me is a very important part of culture, however, in many cases clothes can limit the expression of certain ideas. This production will allow me to showcase ideas which I have been collecting for many years and to build narratives around and with the body in a much broader context than ever seen before in my work.“

Hussein Chalayan beschreibt hier auch den experimentellen Charakter der Produktion. Ohne jegliche choreografische oder tänzerische Erfahrung schenkt er dem Medium Tanz einen neuen Blickwinkel und innovative Wirkungsdimensionen. Im Vordergrund stehen starke, im Grunde einfachste Bewegungen. Gehen, Kriechen, Körper ziehen, schieben, sowie Interaktion und Gesten der Darsteller formen die Bildsprache und spielen eine größere Rolle, als tänzerische Technik. Material für Stoffe und Bodies lieferte unter Anderem die Luxusstrumpfmarke Wolford.

Chalayan ist bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen und den Mix aus technischer Innovation und avantgardistischem Minimalismus. Theatrale Elemente zeigte er während seiner spektakulären Fashion Shows schon in der Vergangenheit und hat nun wieder einmal eine neue Form gefunden, seine kreativen Ideen auszudrücken. Das Stück feierte am 28. Oktober Premiere und zeigt die Vielfalt der Mode und präsentiert eine neue ihrer vielen Ausdrucksformen auf eine spannende und unkonventionelle Weise.

Text: Laura Lück
© Hugo Glendining/Wolford

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