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FASHION: BIKINI HISTORY – KONTROVERS UND GELIEBT

Ab jetzt regiert das Fit-für-den-Sommer Sportgramm wieder unseren Alltag. Das mag anstrengend sein, doch insgeheim lieben wir diesen Moment endlich den ersten Bikini im Jahr aus dem Schrank zu kramen. Das Schöne, es gibt ihn in jeglichen Formen, Farben und Schnitten. Ein schöner Bikini gehört für jede Frau zur Grundausstattung. Doch der Bikini konnte nicht schon immer mit solch einer Leichtigkeit und Offenheit Millionen Frauenkörper schmücken. Er hat eine ganz schön skandalträchtige Geschichte hinter sich…

Der weitverbreitete und selbstverständliche Zweiteiler ist keinesfalls eine neue Erfindung, sondern war mutmaßlich schon im Römischen Reich vertreten. Viele Götter-Statuen, die wir heute noch sehen, sind meist nur in leichten Stoff gehüllt. In den darauffolgenden Jahrhunderten war das starke Haut zeigen, wie wir es heute kennen, nicht vereinbar mit den gesellschaftlichen Werten und Normen. Erst um 1900 kam die Geschichte des Bikinis langsam ins Rollen: Der Freiburger Valentin Lehr entwarf die erste tragbare zweiteilige Bademode. Doch ausschließlich Anhänger der Freikörperkultur trugen diese Version und das waren nicht gerade viele. Denn noch immer war der Frau vorenthalten, sich etwas freizügiger zu zeigen.

20 Jahre später sind Badeanzüge aus Seiden-, Trikot- und Jerseystoffen erhältlich. Die Frauen lieben die neue Vielfalt. Der Bikini wird immer noch nur von Wenigen getragen. Teilweise drohte ihnen bei zu viel nackter Haut eine Haftstrafe. Allerdings änderte sich das Ideal, dass blasse Haut ein Zeichen von Schönheit sei. Der leicht sonnengebräunte Körper lag nun total im Trend und das wollte Frau natürlich auch präsentieren. Noch heute ist uns eine schöne Sommerbräune um einiges lieber, als wie eine Kalkleiche durch die Weltgeschichte zu laufen. Diesbezüglich veränderte sich auch das Design der Badeanzüge: Der Rückenausschnitt wanderte definitiv um einiges weiter nach unten, die Ärmel und auch der nervige Beinansatz verschwanden komplett von der Bildfläche. Zu dieser Zeit waren die Amerikaner schon treue Anhänger des neuen Zweiteilers und brachten erstmalig eine noch gewagtere Version des Bikinis auf den Markt.

Der Trend ,,Palm Beach-Combination‘‘ aus den Staaten schwappte auch zu uns nach Deutschland rüber. Doch nicht lange trugen die Frauen als Unterteil einen kurzen Rock oder etwas Miederartiges und obenrum etwas BH-Ähnliches. Denn 1932 wurde die aufkommende Popularität des Bikinis im ganzen Land durch den Preußischen Reichskommissar und dem Innenminister Franz Bracht untersagt. Später im zweiten Weltkrieg radikalisierten die Nationalsozialisten die Regelung: Einzig Einteiler mit Beinansatz waren erlaubt. Für uns Frauen hieß schon wieder sich den Zwängen der gesellschaftlichen Wertvorstellung hingeben. Vielmehr wird es am 5. Juli 1946 in Paris spannend für die weitere Entwicklung der Bademode. Es waren gemessene 35 Grad im Schatten, ideale Wetterbedingungen also für einen Bademodenwettbewerb im noblen Freibad Molitor.

Der französischer Designer namens Louis Réard hatte den Hauptpreis für den Nachmittag gestiftet und stellte gleichzeitig seine neue Bademodenkollektion vor. Er wollte polarisieren und für die Freiheit von moralischen Zwängen kämpfen und entschied sich für etwas ganz gewagtes im Bereich Bademoden: Die knappe Version des Zweiteilers. Dass er damit für Aufsehen erregen würde, war ihm spätestens dann bewusst, als jedes seriöse Model ablehnte, dieses Modell vorzuführen. Heute sagen Models wie Cara, Karlie oder Kate nicht ‘Nein‘ zu einem Zweiteiler. Er fand Micheline Bernardini, eine Nackttänzerin in einem Casino in Paris. Sie war es gewohnt nichts zu tragen, da fühlte sie sich schon fast angezogen mit zwei kleinen Dreiecken auf der Brust verbunden mit einem hauchdünnen Bändchen und untenrum bedeckt mit einem, für uns heute unter Tanga bekanntem Höschen, damals einfach nur ein Hauch von nichts.

Journalisten und Mannequins reisten in Scharen an und raunten. Der Bikini fand endlich Gehör. Klar, in den ersten Jahren war es noch skandalös und schamlos sich in so einem Outfit zu zeigen und der Badeanzug erlebte sein Hoch wieder in den 1950. Doch ganz verschwand der attraktive Zweiteiler nie von der Bildfläche. 1953 und 1963 sorgten Marilyn Monroe und Brigitte Bardot für eine Schlaganzeige: Sie zeigten sich im Bikini. Und der 50er Jahre Trend ist auch heute noch ganz aktuell. 1960 veröffentlichte Brian Hyland den Schlager Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini, welcher weltberühmt wurde und die neue Bademode noch berühmter und beliebter machte.

Als dann Ursula Andress im neuen James-Bond-Film ‘‘James Bond jagt Dr. No‘‘ im Bikini auftrat, ging es langsam schon nicht mehr ohne. Viel mehr Frauen trauten sich zaghaft in ihrem Lieblingsbikini aufzutreten. Der Bikini war jetzt etwas für die bösen Mädchen, wer zu den Braven gehörte, trug den Badeanzug. Doch hin und wieder flachte die Euphorie ab und der Badeanzug war jetzt in verschiedenen Farben mit anderen Mustern erhältlich und Gürtel oder kleine süße Accessoires ergänzten den sonst eher so eintönigen Anzug. Erst als der Monokini, die heißeste Neu-Entdeckung, auf den Markt kam, sicherte sich der Bikini einen festen Platz in der Auswahl an Bademode. Doch die Toleranz existierte leider nur an einigen Stränden.

Als während des Wirtschaftswachstums ‘‘sex sells‘‘ der neue Slogan aller Werbefirmen war, wurden die Werbesprüche hemmungsloser und freizügiger. Die Jugendrevolution war der neue Absatzmarkt der Geschäftsleute. Die Kleidung reduzierte sich meist nur noch auf das Mindeste und Sex war das neue ‘Angezogen-Sein‘. Genauso entwickelte sich auch der Trend des Bikinis. Erst noch sehr üppig an Stoffen, so minimierte sich alles im Laufe der Jahre. Mal gibt es sie in der Bandeau-Ausführung, als Neckholder, Monokini oder Mikro-Bikini und mit Push-Up oder ohne. Die Höschen sind manchmal winzig klein oder als High-Waist-Version erhältlich. Es gibt sie eigentlich in jeglicher Art und Weise.

Und warum heißt Bikini eigentlich Bikini? Auch das geht auf einen unserer Vorreiter, Designer Louis Réard, und den Kernwaffentest der USA auf dem Bikini-Atoll, zurück. Die Amerikaner machten dort in den 60-er Jahren erste Tests und verdrängten somit das heimische Volk. Die neue Kollektion stand ganz unter dem Motto„le bikini, la première bombe an-atomique“. Er nutzte diesen Spruch und verband zwei vorher komplett unvereinbare Begriffe: Atombombe und die Anatomie des Körpers.

Nach diesen ganzen Strapazen können wir wirklich froh sein, dass der Kauf eines Bikinis selbstverständlich und ein immer wieder erfreuliches Erlebnis für uns ist. Gerade jetzt ist es wieder soweit, wo wir Frauen in den neusten Mode-Katalogen stöbern, die Schaufenster in der Innenstadt abklappern und sich ausmalen, wie sie damit in zwei Monaten beim nächsten Sommerurlaub am Strand rumhüpfen können.

Text:Marie-Louise Rehwoldt
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