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FASHION #TBT: LANVIN RETROSPEKTIVE IN PARIS

Dem ältesten, noch aktiven, Couture-Haus Frankreichs wird bis Ende August eine Ausstellung im Musée Galliera gewidmet. Mademoiselle Jeanne Lanvin (1876 – 1946) wird erstmals von dem Mode-Museum in Paris geehrt und mehr als 100 Kleider und Accessoires aus dem Fundus von Lanvin präsentiert. Modeskizzen und Kurzfilme sind ebenfalls Teil der Retropesktive.

Vom 8.März bis zum 23. August 2015 kann man die Lanvin Ausstellung in Paris besuchen. Für diejenigen, denen der Weg zu weit ist, haben wir Bilder zusammen gestellt, die einen sehr schönen Einblick in die Retropesktive geben. Thema der Ausstellung ist natürlich die grandiose Karriere von Jeanne Lanvin. Diese startete, als sie mit 16 Jahren nach Paris kam, um eine Hutmacherlehre zu beginnen. Ihr erstes Geschäft (einen Hutladen) eröffnete sie 1889 in der Pariser Rue Boissy d’Anglais mit dem Namen “Lanvin Modes”. Dank großem Erfolg konnte Jeanne Lanvin ihren Laden schon nach vier Jahren in die berühmte Modemeile Rue du Faubourg Saint-Honoré No. 22 umverlegen. Dort befindet sich bis heute der Stammsitz des Hauses.

Nachdem Jeanne Lanvin den Italiener und Grafen Emilio di Pietro ehelichte und ihre Tochter Marguerite auf die Welt kam, schneiderte sie farbenfrohe und für die damalige Zeit ungewöhnlich lässige Hängerkleidchen und süße Kinderbekleidung mit den dazu passenden Puppenkleidern. In ihrem Hutgeschäft verkaufte sie diese Kreationen an ihre wohlhabenden Kundinnen, die von der Mode sehr interessiert waren. Die steigende Nachfrage nach ihren jugendlichen Kreationen für Mutter, Kind und Puppe hatten großen Erfolg. 1909 begann sie Damenmode im Haute Couture Stil zu entwerfen und trat auch in diesem Jahr der ‘Chambre Syndicale de la Haute Couture’ bei. Die golden 20er und die drauffolgenden 30er Jahre machten Jeanne Lanvin zu einer der angesagtesten Designerinnen. Filmstars und Sängerinnen wie Yvonne Printemps und Mary Pickford wurden zu ihren Stammkunden, ebenso wie der Adel verschiedener Länder, Berühmtheiten wie Edmond Rostand, Louise de Vilmorin und später auch Marlene Dietrich. Der revolutionäre Gedanke, den Jeanne Lanvin ihrer Zeit prägte, war es die Mode als ganzheitlichen Lifestyle zu verstehen. Deshalb war es ihr Anliegen nicht nur Alltagskleidung sondern auch Hochzeitskleider, Pelze, Linguerie, Interieur, Parfums,  Dekor, Wohn- und Mödeldesign zu kreiren. Ein Leben mit Lanvin. 1925 beschäftigte das Modehaus bereits 800 Mitarbeiter, die für das Lanvin-Universum arbeiteten.

Die aktuelle Ausstellung konzentriert sich auf Lanvins Arbeiten zwischen 1909 und 1946. Dabei wird der Stil der Modeschöpferin und des Hauses sehr deutlich: Jeanne Lanvin war eine Meisterin der opulenten Detailarbeit. Obwohl ihre Schnitte eher schlicht sind, hat sie einen augeprägten Sinn für aparte Farbigkeit. Das bekannte Lanvin-Blau wird zu ihrem Markenzeichen, aber auch von Absinthgrün bis Lachsrosa lässt sie ihrer Farbpalette keine Grenzen. Die Stoffe der Lanvin-Mode sind aus edlen und fließenden Materialien, oft bodenlang und mit romantisch verspielten Details verziert. Satin-Bänder, Rüschen oder Tüll-Applikationen gehören zu ihrer Handschrift. Ihre Vorliebe für Margeriten und allgemein für Blumenprints kann die Designerin nicht verbergen. Die große Schleife des ‘La Cavallini’ von 1925 ist bis heute das größte Wiedererkennungsmerkmal für Lanvin.

Inspirationsquellen sieht Jeanne Lanvin vor allem in ihren Reisen, die von ihr in Tagebüchern und Skizzen festgehalten werden. Dabei ist eine “ethnographische Sammlung” entstanden, die vom japanischen Kimono bis hin zum indischen Sari allerlei Schnitt- und Stoffvariationen enthält.  Aber auch zeitgenössische Kunst sorgt für Inspiration und bietet ihr Anregungen für künftige Designs. In Zusammenarbeit mit Olivier Saillard, dem Leiter des Museums und dem israelischen Kreativdirektor Alber Elbaz wurde die Retrospektive zusammengestellt und ist diesen Sommer ein Pflichtbesuch für alle Modeinteressierten.

Text: Saskia Weigel
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