person-731141_960_720

FASHIONABLE #TBT: DER MINIROCK

Revolution, Reiz und Rock ‘n’ Roll. Der Minirock hat eine erzählenswerte Geschichte, die unsere Modewelt bis heute prägt. Seit 1962 kommt die Moderne durch dieses kurze Stück Stoff ins Rollen. Das Ende der puritanischen Spießbürgerkleidung und der erste Schritt für die Emanzipation…

“Zeigt eure Gefühle!” war das Motto von Modeschöpferin Mary Quant, der wir den bahnbrechenden Minirock zu verdanken haben. Ihre linksinterlektuelle Kundschaft, inspiriert vom Rock n’ Roll, war zu Beginn der 60er vorerst klein. Die Designerin kommt auf die rebellische Idee, indem sie die Röcke ihrer Großmutter abschneidet. In der Londoner Carnabystreet eröffneten in den 60er Jahren zunehmend Läden und Labels, die dem knackigen Trend folgten. In dieser Straße konnten sich die Frauen in Miniröcken sehen lassen, wohingegen in anderen Stadtteilen viele Polizisten die “Legalität” solch aufreizender Kleidung in Frage stellten und regelmäßig Damen “aus dem Verkehr zogen”.

In Paris war Designer Andre Courreges (siehe Bild) für die Rock-Revolution verantwortlich. Die Frau als braves Pendant zum Ehemann hatte ursprünglich nur drei Aufgabenbereiche zu erfüllen: Erst als Tochter, später als Ehefrau, und letzten Endes als Mutter. Tabus, Skandale und Eigensinnigkeit waren für Frauen zunächst undenkbar. Daher war die Freizügigkeit der Beine ein großer Schritt. Die Veränderung und Weiterentwicklung dieser Emanzipation fand also zunächst am Körper und später erst in den Köpfen statt. Als sexuelle Revolution zu verstehen und Sprachrohr für die junge Generation, funktioniert der Mini-Rock als erster Schritt zur Selbstbestimmung und Freiheitssymbol für Frauen. Nicht nur in der Modewelt wird der Mini-Rock zum Thema, denn auch Musiker, wie Jacques Dutronc, fokussieren das neue Kleidungsstück in ihren Liedern.

Gegner dieser “kurzen” Bewegung waren nicht nur die Eltern der jungen Mädchen, sondern auch Modedesignerin Coco Chanel. Für sie war nicht nur die Tatsache schockierend, dass ab sofort die Jugend die Führung der Modewelt übernahm, sondern auch die Freizügigkeit der Beine. 1969 spricht sie zu dem Thema vor laufender Kamera: “Seit zwei Jahren streite ich über diese kurzen Kleider. Ich finde das unanständig. Warum ein Knie zeigen? Es ist ein Gelenk! Ich zeige auch nicht meinen Ellenbogen und sage: Seht mal, wie hübsch sie sind! Das ist furchtbar.”

Noch mehr Informationen und Zitate bedeutender Zeitgenossen gibt es bei Arte in der Mediathek zu sehen…

Text: Saskia Weigel
©Pixabay CC

Related News

Copyrıght 2014 TEASER Magazine. All RIGHTS RESERVED.