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FILM REVIEW: THE HATEFUL EIGHT

Sein achter Film „The Hateful Eight“ bringt alles mit, was Quentin Tarantino ausmacht: witzige Dialoge, überinszenierte Coolness, Splatter-Szenen und Verweise auf Vergangenes der Filmgeschichte. Aber etwas ist anders. Den Vorwurf, bloß blutige Rachefantasien, Gewaltpornos mit zu viel Kunstblut auf den Bildschirm zu bringen, kann man Tarantino dieses Mal nicht machen – „The Hateful Eight” ist vor allem eins: hochpolitisch.

Ein comicartiger Retroschriftzug breitet sich in großen gelben Lettern über der extrem in die Breite gezogenen Leinwand aus. Eine Kutsche bewegt sich vor der Kulisse des verschneiten Wyomings langsam aus der Ferne auf den Zuschauer zu, während schwere Musik von Western-Legende Ennio Morricone aus den Lautsprechern dröhnt. „Kapitel 1: Die letzte Kutsche nach Red Rock“, spricht eine Stimme aus dem Off und spätestens jetzt bleibt kein Zweifel mehr: Das ist Tarantino. Anders ist dieses Mal die politische Thematik des Films: Die Geschichte spielt einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und erzählt im Grunde vom Ursprung des amerikanischen Rassenhasses, der trotz offizieller Abschaffung der Sklaverei, weiter aktuell bleibt und es leider bis heute ist.

Im Fokus stehen acht Figuren, die vom draußen wütenden Blizzard getrieben in „Minnies Miederwarenladen“ einkehren. Als die Kopfgeldjäger Marquis Warren (Samuel L. Jackson) und John Ruth (Kurt Russell) mit seiner Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) und Chris „der Sheriff“ Mannix die Unterkunft betreten, um während des Sturms auf dem Weg nach Red Rock zu rasten, haben es sich die anderen vier der „Hateful Eight“ schon vor dem Kaminfeuer bequem gemacht. „Der General“(Bruce Dern), „Der Mexikaner“(Demián Bechir), „Der Cowboy“ (Micheal Madsen) und „Der kleine Mann“ (Tim Roth). Was folgt, ist ein zweienhalbstündiges Kammerspiel mit intelligenten, scharfen Dialogen, Chronologieaufbrüchen, Whodunit-Rätselraten und politischen Auseinandersetzungen. Schnell ist Minnies Miederwarenladen in Nord- und Süddomizile aufgeteilt, in den Gesprächen geht es um die Verbrechen an den afroamerikanischen Buffalo Soldiers, mordlustige Banditen, Hass, Lynchjustiz und die Frage nach der Gerechtigkeit. Der Sohn des weißen Südstaaten Generals, wird vom schwarzen Marquis Warren gedemütigt und sexuell missbraucht und ein gefälschter persönlichen Brief Abraham Lincolns an Warren steht sinnbildlich für das eigentliche Desinteresse, das der Präsident an schwarzen Mitbürgern zeigt. Der Zuschauer bekommt diese Zeilen erst zum Ende des Films zu hören, als sich die hasserfüllten Protagonisten im finalen blutigen Massaker schon fast vollständig gegenseitig ausgelöscht haben.

Neben der politischen Message hat Tarantinos achtes Werk außerdem tolle Kostüme (Der Cowboyhut mit Bommeln und die orangefarbene Brille des Pfederkutschers O.B. sind jetzt schon Kult), einen überwältigenden Soundtrack und brillante Schauspielkunst zu bieten. Der Kinobesuch lohnt sich also in jedem Fall – zart besaitete Gemüter sollten sich bemühen, das Popcorn bis zur Hälfte des Films aufzuessen, wenn eine Schrotflinte den ersten Kopf durchs ganze Zimmer platzen lässt – da wird es unappetitlich.

Backstage calls #TheHatefulEight a “Masterpiece.” See it in theaters now! http://bit.ly/HatefulEightTix

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Text: Laura Lück
© Youtube / thehatefuleightmovietrailer

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