PalinaRojinski

INTERVIEW: DRUNK IN LOVE WITH PALINSKI

Palina Rojinski, kurz Palinski, hat viele Talente. Sie kann moderieren, tanzen, auflegen, laut “Killing Me Softly” schmettern, besoffen Passanten zu politischen Problemen befragen – und sogar ohne Handy überleben. Wir haben die Berlinerin bei den Sony StadtTalenten getroffen und mit ihr über wichtige Mobil-Momente und peinliche Trink-Themen gesprochen. Prost.

TEASER Magazine: Schön, dass du es anlässlich der “StadtTalente von Sony” und der Vorstellung des neuen XperiaZ3 in unsere schöne Stadt Hamburg geschafft hast. Wir haben dich natürlich vorher schon ein wenig gestalkt und erfahren, dass du es für’s TV auch mal ganz ohne Handy und Co. ausgehalten hast. Klar, es gab eine Erleuchtung, dass das Leben ohne neue Technologie viel entspannter ist – aber Hand auf’s Herz: Wie wichtig sind dir Smartphones und Internet wirklich, und wie sehr nutzt du sie?

Palina Rojinski: Ich habe bei dem Experiment “Offline” einfach gemerkt, dass es sich bei Handys und Co. wirklich um Luxus-Produkte handelt und der Mensch ist so ein Gewohnheitstier, dass alles irgendwann selbstverständlich ist. Ich versuche schon nicht immer am Handy zu hängen, besonders wenn ich arbeite, mit Freunden zusammen oder bei meiner Familie bin. Dann wird das Telefon weggelegt. Ich erwische mich sonst, wie ich gedankenlos auf Instagram ‘rumsurfe oder mir den Facebook-Newsfeed zum zehnten mal ansehe – man kann sich darin so leicht verlieren, deshalb muss man schauen, dass man sich selbst ein wenig reguliert. Um die eigene Umwelt, und alles was gerade live passiert, nicht zu missen. Aber was ich mit meinem Handy alles mache… Ich versuche es nicht mehr als meinen Wecker zu benutzen – ich habe mir wieder einen Oldschool-Wecker geholt, weil ich mir mit fünf Weckzeiten plus Schlummerfunktion mega-schlau vorgekommen bin, aber trotzdem schlecht aus dem Bett kam – aber ich nutze die Notizen, Kalender, Fotos…

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Palina Rojinski mit der stellvertretenden Chefredakteurin des TEASER Magazine, Deborah Landshut und dem Redaktionshund Barney Stinson

TEASER Magazine: An wen hast du deine letzte Whats-App oder SMS geschickt, und was war der Inhalt?

Palina Rojinski: Die hab ich an meine Managerin gesendet und es ging darum, ob die Mary Katrantzou for Adidas Originals Teile, die ich heute anhabe, noch pünktlich kommen oder nicht. Hat offensichtlich alles geklappt, nur die Jacke ist noch ein bisschen groß und ich sehe etwas schlumpfig aus.

TEASER Magazine: Etwas “schlumpfig” sahst du neulich auch bei Circus Halligalli aus – Joko und Klaas haben dich gezwungen, völlig besoffen Leute zu politischen Themen zu interviewen.

Palina Rojinski: Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so betrunken war. Und ob ich überhaupt jemals so betrunken war. Es war schon krass, wie außer Gefecht gesetzt ich gewesen bin. Ich weiß noch nicht mal genau, wie ich aus der Kneipe gestolpert bin und die Anmoderation gemacht habe. Das war schon ein Schockmoment, als ich es hinterher gesehen habe. Und nein, das war nicht geschauspielert, ich war wirklich so voll. Mir ist wichtig, dass ich alles auch wirklich so mache. Bevor ich aus der Kneipe raus bin, hatte ich ja meinen top-seriösen Anzug noch nicht an – den musste ich noch anziehen. Aber es ging nicht, weil ich die ganze Zeit umgefallen bin, geschrien und gelacht und irgendwelche Songs gesungen habe. Und dann die Anmoderation… Ich kann mich an kaum was erinnern, aber daran, dass ich mir gedacht habe, ich muss mich jetzt zusammenreißen und war richtig sauer auf mich, dass ich diesen einen Satz nicht Zustande bekommen habe. Lustig war auch, als ich die Leute dann interviewt habe (beim Fernsehen ist es ja so, dass du nachher die Einverständniserklärung der Leute einholen musst, damit du Senden darfst) ist die Redakteurin denen immer noch mal nachgerannt, um das Einverständnis zu holen, und ich bin immer mit gesprintet und wollte sie voller Elan und mit lautem Gelalle mitüberreden, dass sie sie auf jeden Fall geben sollen und wie toll unsere Sendung ist. Naja, irgendwann hat man mich zum Glück festgehalten, um schlimmeres zu vermeiden. Danach hatte ich auf jeden den härtesten Kater meines Lebens und war zwei Tage fertig, habe mich nur von Burgern, Pommes und Spiegeleiern ernährt…

TEASER Magazine: Und, war das dein peinlichstes Suff-Erlebnis, oder konntest du das irgendwann noch toppen?

Palina Rojinski: Wir hatten eigentlich alle gedacht, dass der 50. Geburtstag meiner Mutter der Höhepunkt meiner Saufkarriere war. Man muss dazu natürlich sagen, ich bin Russin und es war ein russischer Geburtstag, entsprechend viel Wodka gab es – sobald du deinen Wodka-Shot getrunken hast, füllt der gute Kellner direkt nach. Am Ende haben meine Eltern und deren Freunde auf den Tischen getanzt, und ich halt auch – hab sogar mit lautem “Killing Me Softly” einen auf Alleinunterhalter gemacht und bin dann vom Tisch gefallen. Aber als ich nach Halli Galli nach Hause gekommen bin und meine Schwester mich dort erwartet hat, war ihre Reaktion nur: “Oh Gott, du bist ja betrunkener als an Mamas Geburtstag!” Jetzt verarscht sie mich nur noch, denn ich habe direkt nach meiner Ankunft zuhause auch noch “Drunk In Love” von Beyoncé angemacht und lauthals “Surfboard, Surfboard, Surfboard” geschrien. Jetzt fragt sie mich immer nur: “Na, Surfboard, Surfboard?!”

TEASER Magazine: Generell am nächsten Morgen – lachst du oder weinst du, wenn du auf deine Handy-Aktivitäten vom Vorabend guckst?

Palina Rojinski: Ach, da bin ich eigentlich imme ganz ok mit und denke mir, “warum nicht?!” Ich steh ja generell auch zu dem, was ich gemacht habe und bis jetzt ist es auch nie so weit gekommen, dass ich mich irgendwo ausgezogen und dann auf’m Tresen getanzt habe. Klar, am nächsten Morgen wacht man auf und es gibt manchmal einen kleinen Stich ins Herz und man fragt sich “Warum hab’ ich das gemacht? Warum hab’ ich das erzählt?” Aber was auch immer ich in einem nicht so klaren Zustand mache, ich muss dazu stehen.

TEASER Magazine: Kleine Kinder und betrunkene sagen ja auch die Wahrheit…

Palina Rojinski: Ja, und wenn ich betrunken bin, bin ich ja auch wie ein kleines Kind. Liegt also alles nah beieinander!

TEASER Magazine: Gibt es irgendeinen Kindheitstraum, eine App, die es noch nicht gibt, die du aber gerne erfinden würdest?

Palina Rojinski: Das verrate ich doch jetzt nicht! Ok… Eine Beaming-App.

TEASER Magazine: Und gibt es auch einen unerfüllten Lebenstraum, der noch auf deiner Liste steht? Big next step oder das End-Level, was noch erreicht werden muss?

Palina Rojinski: Nee – ich bin eigentlich sehr zufrieden, mit dem, was jetzt ist. Ich bin wunschlos glücklich. Das, was ich mache, ist schließlich meine Erfüllung, ich kann mich komplett ausleben, mir fehlt es an nichts, alles ist super, ich bin happy und so kann es gerne weitergehen.

TEASER Magazine: Und schließlich wirst du sogar für’s Trinken bezahlt. Die Welt ist für dich also wirklich in Ordnung.

Interview: Deborah Landshut

© Sony

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Das TEASER-Team bei den Sony StadtTalenten: Editor Paulina Wohlert und Deborah Landshut, stellvertretende Chefredakteurin des TEASER Magazines

 

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