Fran Koletzki Teaser

INTERVIEW: FRAN KOLETZKI

Den großen Durchbruch hatte Fran Koletzki, als sie dem Song “Hypnotized” von Oliver Koletzki ihre Stimme gab. Nach verschiedenen musikalischen Experimenten in unterschiedlichste Richtungen, hat sie sich  mit dem Pianisten Oded K.dar zusammengetan und covert unter dem Namen Hamlet elektronische Songs auf besondere Art und Weise – mit Gesang und Klavier. Wir haben mit ihr über ihre Inspiration und den Musiktrend des Moments gesprochen.

Was bedeutet der Name ‘Hamlet’ für euch und was verbindet ihr persönlich damit?

Wenn ich an Shakespeares Hamlet denke, dann erscheint in meinem Kopf unwillkürlich dieser Mann, der einen Totenkopf anblickt und sagt: “Sein oder nicht sein – das ist hier die Frage.” Ich bin sicherlich keine Shakespeare-Expertin, aber ich mag Hamlet, weil er ein Typ ist, der sich ja offensichtlich mit ziemlich „deepem Shit” auseinandersetzt.
Mein Pianist Oded K.dar und ich haben irgendwann im Produktionsprozess des Albums gemerkt, dass die ganzen Texte dieser Songs, die so oft im Radio an uns vorbei gerauscht sind, eigentlich auch tiefgründig sind. Man muss ihnen nur genug Raum geben und sie entfalten ihre Schönheit von selbst. Das Hamlet Album soll ein Begleiter für die ruhigen Momente sein, in denen man entschleunigt, sich auf die Couch fletzt, ein Glas Rotwein trinkt und die Gedanken schweifen lassen kann, wie Hamlet eben.

Hamlet Pressefoto Farbe 3Ihr covert Elektro-Hits und macht daraus klassische Versionen. Was hat dich für dieses Projekt inspiriert, füllt ihr damit eine Nische?

Wir scheinen tatsächlich eine Nische gefunden zu haben, die den Leuten gefällt. Das merken wir an der großen Nachfrage. Die Inspiration für dieses Projekt war eine spontane Schnapsidee. Bei meinem Solo Album Frantastic 2012 hat Oded produziert und beim gemeinsamen Songwriting sind viele Songs erstmal am Klavier entstanden. Ich wusste also schon lange, dass er ein begnadeter Pianist ist. Und da ich mich in den letzten 4 Jahren beruflich mit dem Live Act „Oliver Koletzki & Fran“ ziemlich viel im Umfeld der elektronischen Musik bewegt habe, kam irgendwann der Tag, an dem mein Gehirn „Klavier“ + „elektronische Musik“ zusammengerechnet hat und die Idee Hamlet war geboren.

Lässt du mit Hamlet deine jugendliche Vergangenheit, also die Musikkarriere mit der elektronischen Musik, zurück?

Seitdem 2009 „Hypnotized“ so eingeschlagen ist, war ich musikalisch in vielen verschiedenen Musikgenres unterwegs. Auf den Alben „Lovestoned“ und „Frantastic“ sind Musikstile von House-Musik bis Jazz vertreten. Hamlet ist nun eine weitere Facette von mir, die mir großen Spaß gemacht hat. Ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam aber stetig meinem inneren musikalischen Kern nähere.
Allerdings habe ich keine Ahnung, was für Musik ich als nächstes produzieren werde. Nach jedem abgeschlossenen Projekt bin ich planlos und genieße das auch – bis mir die nächste Idee kommt. Im Mainstream der elektronischen Musik wird man mich in Zukunft aber sicherlich vergeblich suchen, denn Songs von Oliver Koletzki und Fran wird es nicht mehr geben, weil wir uns diesen Sommer leider getrennt haben. Ich ziehe mich musikalisch in den Untergrund zurück und produziere wahrscheinlich eher wieder. Mit 35 fühle ich mich mittlerweile auch ganz wohl, wenn es musikalisch etwas ruhiger zugeht. Alterserscheinung!

Bist du ein Klassik-Fan und ist klassische Musik überhaupt noch oder schon wieder im Trend?

Ich gehe ganz gerne mal in die Philharmonie, aber das war’s schon. Bei Oded sieht’s da anders aus. Mit dem kannst du über Brahms und Wagner diskutieren. Neuere Klaviermusik liebe ich aber schon immer. Die Piano Alben von Chilly Gonzales laufen bei mir zuhause hoch und runter. Das Klavier ist einfach mein Lieblingsinstrument und ich habe größten Respekt davor, wenn jemand fähig ist diese 88 Tasten zu beherrschen.
Ich glaube, was immer im Trend liegen wird, ist, wenn verschiedene Musikstile eine Synthese bilden und etwas neues, unerwartetes daraus entsteht.

Welcher Song auf dem Album ist für dich besonders, und warum?

“Howling” war der allererste Song, den wir im Studio aufgenommen haben. Und so, wie wir ihn dort zum ersten Mal runtergespielt haben, ist er auch auf dem Album gelandet. Die Vocals von den anderen Tracks habe ich dann über ein ganzes Jahr verteilt zuhause und meistens nachts aufgenommen. An „Limit to your Love“ saß ich viele Nächte, bis ich das Gefühl hatte, wirklich verstanden zu haben, wovon der Text handelt. Außerdem ist der Song im Original von Leslie Feist und Chilly Gonzales und es ist eine große Ehre für mich, den Song von zwei meiner großen musikalischen Vorbilder interpretieren zu dürfen. Ähnlich ging es mir bei „Sky and Sand“ von Paul und Fritz Kalkbrenner.

Tracklist:
1. Ry X – Howling
2. Kalkbrenner – Sky and Sand
3. Whitest Boy Alive – 1517
4.Wankelmut feat. Emma Louise – My Head is a Jungle
5. Trentemöller – Miss You
6. Moderat – Bad Kingdom
7. Feist – Limit to your Love
8. Fran – Zen Dance
9. MGMT – Kids
10. Oliver Koletzki – Der Mückenschwarm
11. Ace of Base – The Sign
12. Oliver Koletzki & Fran – Hypnotized
13. Kraftwerk – Das Modell
Bonustracks:
Whigfiled – Saturday Night
Haddaway – What is Love
Portishead – Mysterons

Interview: Farina Goffelmeyer

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