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INTERVIEW: GIN WIGMORE

Die geborene Virginia (Gin) Wigmore ist eine neuseeländische Sängerin und Songwriterin, die unter anderem bekannt wurde, weil ihr Song für das Staffelfinale der Serie One Three Hill verwendet wurde. Den Song „Hallelujah“ schrieb sie zu dem Begräbnis ihres Vaters, den sie mit nur 17 Jahren verlor und erhielt dafür zusätzlich den „International Songwriting Competition“-Preis. Anlässlich ihres neuen Albums „Blood to Bone“ startete die 28-Jährige eine Europa- und Deutschland-Tour. Bei ihrem Konzert im Mojo, Hamburg besuchte das TEASER Magazine die erfolgreiche Sängerin backstage, sprach mit ihr über Rituale vor den Konzerten, das neue „Blood to Bone“-Album, über Städte wie Berlin und Los Angeles und über die Liebe zu ihren beiden Hunden.

GINTEASER Magazine: Gin, wie geht’s dir so kurz vor dem Auftritt? Bist du aufgeregt?

Gin Wigmore: Mir geht’s gut, auch wenn ich total aufgeregt bin.

TEASER Magazine: Hast du Rituale um runterzukommen?

Gin Wigmore: Ich versuche auf jeden Fall immer eine Kleinigkeit zu essen. Außerdem haben wir das Ritual, uns vor jeder Show zusammenzusetzen, einen Tequila-Shot zu trinken und uns gegenseitig Mut zuzusprechen, einfach positive Worte. Wir machen das jedes Mal und ja, das ist wahrscheinlich unser größtes Ritual. Heute Abend haben werden wir das auch tun, kurz bevor wir auf die Bühne gehen.

TEASER Magazine: Bist du das erste Mal in Deutschland?

Gin Wigmore: Nein, ich war vor zweieinhalb Jahren schon mal hier. Wir haben zu dieser Zeit in Hamburg, Franfurt und vielen weiteren Städten gespielt.

TEASER Magazine: Ihr habt am Freitag in Köln und gestern auch in Berlin gespielt. Wie war die Atmosphäre in den Städten?

Gin Wigmore: Ja, gestern waren wir in Berlin und es war einfach großartig. Wir sagten alle, dass Berlin eine faszinierende Stadt ist, wir waren im Michelberger Hotel untergebracht. Es war so cool. Wir sind Morgens auf den Markt gegangen und haben Abends in unserem Hotel gesessen, bis spät in die Nacht, auf der Conga Trommel gespielt und und ganz old fashioned Kurze getrunken, bis das Hotel uns dann aufgefordert hat ruhig zu sein, das war so gegen drei Uhr. Deswegen sind wir heute auch richtig fertig. Trotzdem, Berlin ist einfach so eine eindrucksvolle Stadt. Ich meine, wirklich, Berlin ist eine der coolsten Städte der Welt. Es ist lustig, dass Berlin im Gegensatz zu anderen Städten wie New York, L.A. und Sydney niemals in Stillstand gerät. Die Stadt ist immer erhitzt, immer in Bewegung. Weißt du, ich bin Veganerin und dann sehe ich all diese veganen und vegetarischen Restaurants. Großartig!

TEASER Magazine: Lass uns doch mal über dein neues Album „Blood to Bone“ sprechen. Warum heißt es ausgerechnet „Blood to Bone?“

Gin Wigmore: Das Album ist eine Art Erweiterung zu „Gravel & Wine“, meinem letzten Album. Während ich „Gravel & Wine“ produziert habe, habe ich eine harte Zeit durch gemacht. Die Leute um mich herum sagten mir, dass ich einen Song darüber schreiben muss. Also schrieb ich „If only“, das zum Beispiel war das ‘Blut’, das das Album brauchte. „Blood to Bone“ ist noch intensiver, es gräbt sehr viel tiefer. Dort habe ich mein ganzes ‘Blut’ reingesteckt.

TEASER Magazine: Wie lange hat es insgesamt gedauert die Songs zu schreiben und aufzunehmen?

Gin Wigmore: Es hat ungefähr eineinhalb Jahre gedauert das Album zu schreiben und dann brauchten wir nochmal zwei Wochen, um es aufzunehmen, was sehr schnell war. 16 Tracks in zwei Wochen, das hieß immer schnell, schnell, schnell. Das war eine Menge Arbeit. Aber es war toll, ich meine, die Zeit, die ich hatte, als ich die Songs geschrieben habe, war so wichtig für mich und so toll, ich bin sehr glücklich um die Erfahrung. In dieser Zeit bin ich viel weggefahren, viel ausgegangen, ich wollte einfach genau das ausdrücken, was in mir vor ging. Ich bin durch einen Haufen Scheiße gegangen, ich bin nach Los Angeles gezogen, habe mich von meinem Ex-Verlobten getrennt, all das ist in diesen Monaten passiert. Was soll ich sagen, das ist das Leben. Du bist lebendig, du kannst darüber reden, schreiben.

IMG_6845TEASER Magazine: Mit dem Album „Blood to Bone“ hast du mehr mit elektronischen Klängen experimentiert. Möchtest du das in der Zukunft beibehalten?

Gin Wigmore: Nicht unbedingt. Ich möchte einfach immer wieder neue Dinge ausprobieren. Ich glaube, dass ich ich innerlich diese furchtbare Angst habe, mich selbst langweilig zu finden. Das will ich nicht, also versuche ich immer neue Dinge auszuprobieren und für dieses Album war es einfach die perfekte Zeit, denn ich fühlte mich selbstbewusst genug, das zu tun, was ich will und mich nicht darum zu kümmern, was andere sagen. Das beeinhaltete auch, mal mit Hip Hop Produzenten zu arbeiten, oder mit elektronischerer Musik, eben allen Genres, die mir vorher eher unbekannt waren. Das war total interessant. Ich bin glücklich!

TEASER Magazine: Warst du aufgeregt über die Reaktionen?

Gin Wigmore: Ja, es war unglaublich. Ich meine, die ganze Zeit war sehr verrückt für mich. Musik ist einfach seltsam, all die Emotionen, die wir alle fühlen, einfach weil wir Menschen sind und aus irgendeinem Grund schreibe ich diese auf, möchte sie mit anderen Menschen teilen. Es ist unglaublich, dass es in dieser Hinsicht, ja, so etwas wie eine Partnerschaft zwischen mir und anderen Menschen gibt. Dass nun alles so gut lief ist klasse. Ich meine es ist auch immer eine Zeitinvestition, man weiß ja nie. Aber alles ist glatt gelaufen und das ist cool.

TEASER Magazine: Viele Leute erkennen deine Musik daran, dass einige deiner Songs auch in Serien wie Pretty Little Liars und Grey’s Anatomy gespielt werden. Dein Song „Hallelujah“ war sogar beim Staffelfinale von One Three Hill zu hören. Guckst du privat gerne Serien?

Gin Wigmore: Klar, Serien sind großartig. Für mich sind Serien eine andere Form von Radio. Wisst ihr, ich werde nicht viel im Radio gespielt. Keine Ahnung wieso, aber mit dem Radio kann ich nicht viel anfangen, aber Serien und ich, das passt zusammen, wie die Faust aufs Auge. Ich bin so froh, dass es eine Plattform für mich und meine Musik gibt. Das ist es, was ich versuche, einfach einen Weg zu finden, damit mit meine Musik gehört wird und es gibt so viele Orte dafür, das ist unglaublich. Damit kann ich gut leben, mir neue Schuhe kaufen und so weiter. Ich muss sagen, ich wünschte meine Musik könnte auch bei American Horror Story gespielt werden. Vielleicht. Eines Tages.

TEASER Magazine: Was machst du denn, wenn du nicht gerade an neuen Songs arbeitest?

Gin Wigmore: Ich liebe Tiere, vor allem Hunde. Ich habe auch selber einen deutschen Schäferhund und einen Jagdhund. Ganz ehrlich, eines der schönsten Dinge für mich, ist es, wenn ich neben meinem liebenswürdigen Mann aufwache und wir mit unseren Hunden rausgehen, uns einen Kaffee und Frühstück holen und dann wieder nach Hause gehen, um den ganzen Tag mit den Hunden zusammen zu sein. Das liebe ich, auch ins Tierheim zu gehen, um noch mehr Hunde anzugucken. Mein Mann und ich scherzen immer darüber, dass wir immer mehr und mehr Hunde kaufen.

TEASER Magazine: Du lebst mit deinem Mann und den zwei Hunden in Los Angeles. Wie sehr inspiriert dich diese Stadt?

Gin Wigmore: Los Angeles ist eine total inspirierende Stadt. Es gibt so viele Leute, die dort hin ziehen, mit riesigen Träumen, Hoffnungen und einer schier unendlichen Begierde für das Leben. Ich war vorher noch nie in einer solchen Stadt, die keine Grenzen hat. Wenn ich sage, ich möchte mich jetzt in einen Hund verwandeln und zum Mars fliegen, ich garantiere dir, in Los Angeles gibt es jemanden, der sich in einen Hund verwandelt und zum Mars fliegt, und das ist cool. Es gibt einfach kein Nein. Die Leute dort sagen einfach, ja, lass uns einen Weg finden, dass es klappt. Einfach machen. Das ist wirklich motivierend, vor allem in der Musikbranche, in der es immer darum geht, sich selbst zu motivieren, ist so eine Energie nötig. Du ernährst dich von dieser Energie. Das war der eine Grund, warum ich nach Los Angeles gezogen bin. Der andere war ein Typ, von dem ich total besessen und irgendwann getrennt war.

TEASER Magazine: Vermisst du deine Heimatstadt in Neuseeland nicht?

Gin Wigmore: Oh doch, das tue ich. Aber das Ding ist, ich gehe oft zurück nach Neuseeland, ohne Ausnahme einmal im Jahr. Ich habe also gar nicht genug Zeit meine Heimat zu sehr zu vermissen. Das Gute an Neuseeland ist, dass du innerhalb von zwei Wochen alles schaffst, was du machen willst, es ist so klein. Ich habe sogar noch genug Zeit um meine Mutter zu sehen. Nach zwei Wochen denke ich dann, okay gut, ich gehe jetzt, ganz weit weg von hier.

TEASER Magazine: Ich glaube, das kommt uns allen bekannt vor. Gin, danke für das tolle Gespräch. Wir sehen uns gleich bei der Show!

Für alle, die Gin Wigmore nicht verpassen wollen: Die Künstlerin spielt am 14.10.2015 ihr vorerst letztes Konzert in Deutschland, im Strom, in München.

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Text: Julia Otto
© PR

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