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KOLUMNE: RAUCHEN KANN TÖDLICH SEIN – WURST AUCH

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Wurst und Schinken als krebserregend eingestuft. Fleischprodukte können Krebs auslösen, genauso wie Tabak und Asbest. Trotz Warnungen können viele von uns nicht auf den Konsum verschiedener Genussmittel verzichten, obwohl sie uns krank machen.

Laut WHO und der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC ist der Verzehr von Würstchen, Schinken und anderem verarbeiteten Fleisch krebserregend. Das Risiko zum Beispiel an Darmkrebs zu erkranken, hänge davon ab, wie regelmäßig und wie hoch der Konsum sei. Verarbeitete Fleischwaren werden in Gruppe 1 der krebserregenden Stoffe eingestuft, doch was genau ist mit Gruppe 1 gemeint? Ist das nun gefährlich? Zum Vergleich: Gruppe 4 bedeutet Nicht krebserregend, Gruppe 3 enthält Medikamte und Produkte, die noch nicht untersucht wurden und ist mit mehr als 500 Substanzen die Größte der Einstufungen. Gruppe 2B ist möglicherweise krebserregend, wir wissen also nicht genau, ob Stoffe wie Blei oder Lösungsmittel Chloroform, oder aber auch Kaffee krebserregend sein könnten. Gruppe 2A beinhaltet 75 Stoffe, die wahrscheinlich krebserregend sind, beispielsweise Acrylamid, das beim Braten entsteht oder der Unkrautvernichter Glyphosat. Kommen wir nun zu Gruppe 1, die Gruppe, in die unsere geliebte Wurst, alkoholische Getränke, Tabak, Asbest, Röntgen- und UV-Strahlung gehören. Krebserregend.

Trotzdem können nur die Wenigstens ihre Laster ablegen. Der Vegetarier trinkt am Wochenende gerne mal einen über den Durst, der Veganer isst viel Gemüse, im Unklaren darüber, ob das Früchtchen durch Unkrautvernichter und weitere Schadstoffe belastet ist, der Raucher versucht viel Sport zu machen und wieder andere tragen T-Shirts für 3,99 Euro. Versteht mich nicht falsch, das sind alles Fallbeispiele, keines zeigt eine klare Linie. Was jedoch zählt, ist, wie wir es auch Handhaben, die Listen der krebserregenden Stoffe ist schier unendlich lang, wir bräuchten eigentlich nur noch Listen, auf denen geschrieben steht, was wir bedenkenlos konsumieren können.

Wer täglich 50 Gramm verarbeitetes Fleisch zu sich nehme, steigere sein Magen- und Darmkrebs-Risiko um 18 Prozent. Unter verarbeitetem Fleisch verstehen wir Fleisch, das durch kochen, pökeln, räuchern oder weitere Prozesse haltbar gemacht wurde. Mortadella, Salami, Schinken, Dosenfleisch und Soßen auf Fleischbasis riskieren also ein höheres Risiko, um an Darmkrebs zu erkranken. Auch Bauchspeicheldrüsen- und Prostatatumore können die Folgen von hohem Fleischgenuss sein. Die Ergebnisse gehen auf mehr als 800 Studien der vergangenen 20 Jahre zurück, in denen Forscher den Zusammenhang zwischen Krebs und Fleisch in verschiedenen Ländern und deren Ernährungsgewohnheiten untersucht haben. Rotes Fleisch, zu dem wir Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege zählen, erhöht das Darmkrebsrisiko nur um 17 Prozent auf 100 Gramm täglich und wird der Gruppe 2A zugeordnet.

Mahatma Gandhi sagte einmal, dass man die Reife einer Nation an ihrem Umgang mit Tieren erkennen könne. Aber heißt das jetzt, dass wir uns nach dem neuesten Stand der Dinge vegetarisch ernähren müssen? Als Vegetarier hat man es nicht immer leicht, klarer Apfelsaft zum Beispiel wird gefiltert, bevor er in die Packung kommt. Für die Filter benutzt die Getränkeindustrie Gelatine. Gelatine besteht aus Haut, Sehnen und Knochen, und auf diesselbe Weise wird auch Wein oder Essig gereinigt, das muss man erstmal wissen. Und dann kommen die schadenfrohen „Nicht-Vegetarier“ und klären über die eigene Dummheit auf, machen sich lustig. Die anfängliche Überzeugung wird zur Wissenschaft und trotzdem bekennen sich immer mehr Menschen zum umstrittenen „V“. Und stellen sich mit ihrer Entscheidung auf eine Seite, auf die Seite der Vegetarier oder auf die Seite der Nicht-Vegetarier. Zwar hört man immer wieder, dass es Vegetariern egal sei, wenn andere Fleisch essen und Nicht-Vegetariern es egal sei, wenn jemand auf Fleisch verzichtet, aber trotzdem entscheidet sich jeder für eine Seite und steht auch voll dahinter, was nicht verwerflich ist. Nach den neuesten Erkenntnissen, nämlich, dass übermäßiger Wurstkonsum schädlich sein kann – was uns eigentlich allen auch schon lange klar war oder zumindest hätte klar sein sollen – sollte sich doch jeder einzelne von uns überlegen, ob es wirklich die Mortadella zum Frühstück, die Bologne-Soße zum Mittag und das Hühnchen zum Abend sein muss. Niemand erwartet, dass komplett auf Fleisch verzichtet werden soll, aber es gibt genügend Argumente den Fleischkonsum einzig und allein zu verringern, der eigenen Gesundheit, der Tiere und der Umwelt zuliebe. Gewohnheiten sind stark, wer Fleisch liebt, wird es auch in Zukunft lieben, und trotzdem, sollte jeder, wenn schon die umoralischen Umstände der Fleischwaren-Herstellung nicht abschrecken, bei dem Wort Darmkrebs aufhorchen. Niemand will, dass ihr ab sofort nur noch Äpfel aus dem Bio-Laden kauft, oder bei der Wahl eures Weines darauf achtet, dass dieser mit irländischem Mood oder anderen Meeresalgen gefiltert wurde. Nein, nur das Bewusstsein für einen nachhaltigeren Umgang mit der eigenen Ernährung sollte drin sein. Der Rest kommt dann schon von allein.

Text: Julia Otto
©Instagram, sjb.wanderlust

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