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KUNST NEWS: DANIEL RICHTER – HELLO, I LOVE YOU

Hello, I love you – so direkt wie der Titel ist auch die Ausstellung selbst. Nach 2-jähriger Pause stellt Daniel Richter seine neuen Arbeiten erstmals in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt aus. Neu vor allem in Hinsicht auf Bildsprache und Stil – reduzierter aber voller Inhalt.

Daniel Richter ist einer der erfolgreichsten deutschen Maler. Nachdem er sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg beendet hat, gestaltet Richter zunächst Plattencover für diverse Punkbands. Nachdem er bis ins Jahr 2000 ausschließlich abstrakt malte entwickelte er ab da eine figurativ-narrative Bildsprache, die aber immer noch abstrahierende Tendenzen beibehielt. Bunte, meist Neon-Farben machen seine großformatigen Bilder aus, die er selbst auch gerne als „irrsinnig nervtötend“ beschreibt. Teils autobiografisch, politisch und zeitgeschichtlich geprägt waren seine Werke Medienreflexionen und voller Widersprüche.

Jetzt hat sich Daniel Richter wieder einmal „neu erfunden“ und die neuen Werke sind ganz hingegen seiner Routine entstanden und eine Zäsur an sein bisheriges Schaffen. „Wie lässt sich ein Bild formal reduzieren und doch gleichzeitig inhaltlich aufladen?“ – unter dieser Fragestellung ist eine für Richter neue Bildsprache entstanden, die sich sowohl durch Farben als auch Themen von seinen bisherigen Werken unterscheidet. Er selbst bezeichnet diesen „change“ im Prozess des Malens und Denkens als das Interessante – das Bild selbst sei nur ein Meilenstein auf einem längeren Weg. Bei Richters neuen Arbeiten ist es aber nicht nur ein Wandel sondern eine Weiterentwicklung. Sie sind alle in diesem Jahr entstanden. 22 großformatige Gemälde, zwei Werkgruppen zugehörig die sich klar voneinander unterscheiden. Die eine Gruppe, eher zur Abstraktion tendierend und die andere die mehr figürliche Elemente zeigt. In der einen geht es um Körperlichkeit und die Betrachtung des menschlichen Körpers sowie die beherrschte Sexualität die sich visuell in der Pornografie verfestigt hat. Die andere Werkgruppe ist angelegt an Diagramme, und der Visualisierung von Daten und erinnert stark an Landkarten – Richter malt dort amöbenhafte Felder auf einfarbigen Untergrund.
Auch Richters Handwerk und der Schaffensprozess haben sich geändert. Zum Pinsel greift er nur noch für den Hintergrund, sonst wird gespachtelt und mit Ölkreidestift konturiert und die Farben mit weiß abgetönt. Die neue Reduktion in seinen Arbeiten dient als Methode die Wirklichkeit zu fassen und ist gleichzeitig formales Ausdrucksmittel seiner Malerei. So komplex das alles auf der einen Seite klingen mag, so klar anzusehen ist es auf der anderen und zwingt einen Hinzuschauen, nicht nur dank der grellen Farben.

Kuratorin Katharina Dohm über die Ausstellung und Daniel Richters Arbeiten: „Gesellschaftsrelevante ebenso wie kunsthistorische Fragestellungen, Konstellationen und Entwicklungen zu entzeitlichen, sie hierdurch zu reflektieren und schließlich zu visualisieren ist eine Zielsetzung Daniel Richters. Die inhaltliche Aufladung wird in der neuen Serie durch eine gesteigerte Reduktion der Bildmittel verdichtet. Dies alles geschieht mit der dem Künstler inhärenten Weltsicht. Nicht zuletzt spiegelt sich dies im Titel der Ausstellung „Hello, I love you“, der auf das Streben nach Anerkennung und Liebe jedes Einzelnen innerhalb seines gesellschaftlichen Kontexts verweist.“

Hello, I love you vom 09. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016
SCHIRN Kunsthalle Frankfurt

‘Daniel Richter: Hello, I Love You’ opens @schirnkunsthalle on Friday, October 9, 2015. #DanielRichter #HelloILoveYou

Ein von Regen Projects (@regenprojects) gepostetes Foto am

Text: Katrin Kobberger
©Instagram

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