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KUNST NEWS: HIPPIE MODERNISM – THE STRUGGLE FOR UTOPIA

Ende Oktober begibt sich das Walker Art Center, im Herzen Minneapolis auf eine kontroverse Zeitreise. Der Fokus liegt dabei auf der Kunst, Architektur und dem Design der Gegenkulturen der 1960er und 1970er Jahre. Experimentell und radikal!

Es war eine der fruchtbarsten Perioden der neueren Kulturgeschichte. Mit einer Vielzahl an radikalen Experimenten, die Konventionen in Frage gestellt, traditionelle Hierarchien über den Haufen geworfen und neue Medien und Materialien erforscht haben. Neue alternative Gemeinschaften haben sich gebildet, woraus neue Wege des gemeinsamen Lebens und Arbeitens entstanden sind. Viele Künstler, Architekten und Designer waren Teil des Ganzen und auf der Suche einer neuen Art von Utopie – technologisch, ökologisch und politisch entstand so eine Kritik an der gesamten Gesellschaft. Die Ausstellung „Hippie Modernism: The Struggle for Utopia“ zeigt eine Vielzahl von Kunstformen und Artefakten: experimentelle Möbel, alternative Wohnstrukturen, Medieninstallationen, alternative Zeitschriften, experimentelle Bücher und Archivfilme. Eine beeindruckende Sammlung die sich als Hippie Moderne beschreiben lässt. Die Wanderausstellung nimmt eine der lebendigsten und experimentellsten, erfinderischsten Perioden unter die Lupe, die gar nicht so weit in der Vergangenheit liegt und auch noch in der heutigen Kultur mitschwing. Aufgeteilt ist das Ganze in drei Teile: Tune In, Turn On und Drop Out.

Tune In bezieht sich auf den Ausbau des individuellen Bewusstseins durch veränderte Wahrnehmungszustände, sei es durch pharmakologische oder technologische Mittel. Die Arbeiten umfassen die transzendentalen Gemälde des USCO Kollektiv, die meditative Filmarbeit von Jordon Belson und Musikvideos von Bruce Conner. Außerdem wird die konzeptionelle Arbeit der radikalen architektonischen Gruppen wie Haus-Rucker-Co, Archigram und Ant Farm vorgestellt.

Turn On bezieht sich hingegen eher auf das soziale und kollektive Bewusstsein und Handeln. Die Rolle der Bücher, Zeitschriften und Plakate, Drucke und demokratische Formen der Kulturproduktion, die verbinden und neue Netzwerke geschaffen haben werden thematisiert. Unter anderem findet man Arbeiten wie Kin Isaacs Pionier The Knowledge Box, Grafiken von Emory Douglas und Siebdrucke von Corita Kent.

Der letzte Abschnitte, Drop Out befasst sich mit der Verweigerung in den gegebenen Strukturen der normativen Gesellschaft und der Auflösung der Grenzen zwischen Kunst, Leben, Kultur und Politik. Die Arbeiten zukunftsweisender Umweltkünstler wie die von Newton und Helen Mayer Harrison, Evelyn Roth und des Drop City- Kollektivs beinhaltet dieser Teil.

Im Anschluss wird die Ausstellung im Cranbrook Art Museum der Universty of California, Berkely Art Museum und im Pacific Film Archive zu sehen sein.

Hippie Modernism: The Struggle Of Utopia
24. Oktober 2015 – 28.Februar 2016
Walker Art Center – Minneapolis, Minesota

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Text: Katrin Kobberger
© Walker Art Center

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