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KUNST NEWS: PLATZ FÜR STREET ART – “WALL DIALOGUE‘‘

Ausflüge am Wochenende sind jetzt immer beliebter, denn wir haben endlich Sommer. Parks, Seen und Eisdielen werden verstärkt aufgesucht – Ausstellungen fallen da eher nicht ins Muster. Doch wer der kläglichen Mittagssonne für ein paar Stunden entfliehen möchte, der ist in Berlin genau richtig: ,,Wall Dialogue‘‘ präsentiert zehn Berliner Street Art Künstler und einen internationalen Gast.

Straßenkunst ist weltweit verbreitet: Für die einen ist es Kunst und sie verfolgen täglich neue Murals, Wandmalereien. Für die anderen sind es Schmierereien, die die Hauswände verdrecken. Gut, das liegt im Auge des Betrachters und nicht alle Maler sind Künstler. Fakt ist, dass Berlins Street Art Kultur nur so blüht und viele internationale Künstler anzieht. Berlin bietet dafür auch wunderbare Orte: Leerstehende Gebäude, alte Fabriken und rohe Brandmauern locken jeden Tag aufs Neue Sprayer, Maler oder Plakat-Künstler. Doch meist bleiben die wirklich kunstvollen Bilder unentdeckt, denn wer soll sich als Laie denn in der wirren Welt der unbekannten Street Art Künstler zurecht finden. Wer in der Szene ist, weiß genau, was er im Vorbeifahren gerade an der vorher noch so leeren Leinwand sehen konnte. Doch das Murals jetzt ausstellungsreif sind, kann man in der Neurotitan Gallery, dem Mekka der Street Art, am Hackeschen Markt begutachten: ,,Wall Dialogue‘‘ zeigt zehn Künstler aus Berlin und einen aus Rotterdam. Die Gallerie besteht schon seit 20 Jahren und wendet sich auch seitdem der Straßenkunst zu. Da dachte sich die Kuratorin, laden wir die aktuellsten Künstler ein und stellen deren Werke aus.

Mit dabei sind zum Beispiel Vidam und Look, die gemeinsam auch das Designbüro ,,Peachbeach‘‘ leiten und beide ihren Ursprung im Graffiti haben. Look ist eher detaillierter in seinen Zeichnungen und Malereien. Vidam hingegen ist nicht genau definiert – von Acrylmalerei auf Leinwänden bis hin zu detailreichen Graffitis auf der Straße. DXTR, ein weiterer Künstler, liebt eher die doppeldeutige Sprache und will dem Betrachter rätselhaft entgegen treten. Der Herr von Bias, aus Marzahn und bekannt unter dem Kürzel HRVB, ist künstlerisch seit zwanzig Jahren unterwegs und darf natürlich in der Galerie nicht fehlen. Seine Werke zeigen Interpretationen der Realität, wenn auch ein wenig surreal. Weiter mit dabei sind Falkland, Johannes Mundinger, BLO, Karl Addison, Twoone und Rylsee. Rylsee, eigentlich gebürtiger Schweizer, liebt die Typografie und Buchstaben. Seit drei Jahren arbeitet er in Berlin und gehört zum Urban-Spree-Künstler-Kollektiv. Wie wir sehen können, lohnt es sich wirklich mal in der Rosenthaler Straße 39 vorbeizuschauen. Die Ausstellung läuft jedoch nicht nur in der kleinen gemütlichen Galerie, sondern findet auch draußen statt, dort wo sich die Kunstwerke befinden – damit man sie spürt, lebendig erleben kann und vielleicht auch besser versteht.

Bis zum 11. Juli kann jeder Interessierte mit der Berliner Street Art Kunst weiter auf Tuchfühlung gehen oder sie vielleicht ganz neu entdecken.

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Ein von Rylsee (@rylsee) gepostetes Foto am

Text: Marie-Louise Rehwoldt
©Instagram

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