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KUNST NEWS: TAKE ME (I’M YOURS) – EXHIBITION IN PARIS

Normaler Weise gibt es in Museen Absperrbänder und Alarmanlagen die den Besuchern von vorn herein davon abraten einem Kunstgegenstand zu nahe zu kommen. Im Monnaie de Paris wird genau dieses Merkmal aufgebrochen und erlaubt allen die Kunst mit nach Hause zu nehmen…

Bonbons, Pillen, kleine Eifeltürme, Sticker oder Postkarten werden in der “Take Me (I’m Yours)” Ausstellung verschenkt. Das individuelle Konsumieren und Aufbewahren dieser Dinge wird von den Museumsbesuchern gefordert und somit zum zentralen Gesichtspunkt des Konzepts. Dahinter steckt die Idee eine Gegenbewegung zum momentanen Kunsthandel zu erschaffen. In den frisch restaurierten Räumen der ehemaligen Münzprägeanstalt La Monnaie gibt es nämlich rein garnichts zu kaufen, sondern alles zu verschenken. Sogar den Eintrittspreis dürfen die Besucher selbst bestimmen.

“Take Me (I’m Yours)” läuft als eine Weiterführung der gleichnamigen Ausstellung in der Londoner Serpentine Gallery, die im Jahr 1995 stattfand. Zu dieser Zeit lag der Kunstmarkt brach und Kuratoren und Künstler suchten nach innovativen Präsentationsformen und neuen Ansätzen. Die Kunst entfernt sich zu dieser Zeit zunehmend von der Konsum- und Eventkultur und kritisiert den Ikonenstatus von Malerei und Skulptur. Deshalb arbeitet der kubanische Künstler Felix Gonzalez-Torres schon in den 90ern mit seinem Publikum und stellt Pfefferminzbonbons zur Verfügung. Nicht nur das Auge ist also für die Ausstellung wichtig, sondern der ganze Körper und sein Innerstes. Daran knüpft die pariser Ausstellung jetzt an und lässt beispielsweise das Marzipan-Skelett von Daniel Spoerri vernaschen und auch Carsten Höllers Pillen mit unbekannter Wirkung sollen von den Besuchern eingenommen werden.

Sinnbildlich soll die Kunst nicht mehr angehimmelt und teuer erworben werden, sondern mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Künstlers einfach eingesteckt werden. Der eigene Marktwert wird hierbei von den Künstlern ironisch in Frage gestellt und regt zum Nachdenken an, ob Kunst wirklich nur für die Privilegierten bestimmt ist, die sich Werke leisten können.

L’expo “Take Me (I’m yours) débute aujourd’hui jusqu’au 8 novembre !

Ein von Monnaie de Paris (@monnaiedeparis) gepostetes Foto am

 

Taking my piece of Paris. #Takemeimyours expo @monnaiedeparis : @pretavoyager

 

Ein von Lauren L Bate (@laurenloubate) gepostetes Foto am

Air capsules (0,50€) by #YokoOno at #TakeMeImYours at @MonnaiedeParis. #paris75006

Ein von Anne Ditmeyer / Prêt à Voyager (@pretavoyager) gepostetes Foto am

 

Ein von AD – PARIS (@capucine.lz) gepostetes Foto am

 

/ Dispersion / #ChristianBoltanski #Exhibition #TakeMeImYours

 

Ein von T H O M A S (@thomnob) gepostetes Foto am

L’expo où tout doit disparaître. #TAKEMEIMYOURS

Ein von Mélanie (@dequoijeme_mel) gepostetes Foto am


Text: Saskia Weigel
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