teaser header

MODE KOLUMNE: #TBT TREND FAUXPAS

Bufallos, Stimmungsringe, Ed Hardy und Co. – Die Trends der 90er und 00er Jahre sind beschämend und amüsierend zugleich. Ein traumatischer Rückblick in unsere modische Vergangenheit…

Buffalos-WIKIMEDIAIch erinnere mich noch gut an mein erstes Paar Buffalo Schuhe. Abgetragen, mit einem klobigen Erscheinungsbild und dem unverwechselbaren kleinen Markenlogo an der Außenseite des Schuhs nahm ich das Erbe meiner Schwester voller Stolz an. Schon damals war ich ein größerer Fan der schwarzen Variante, freute mich aber auch über den blauen Fußschmuck und konnte mein Image mit sechs Zentimetern Absatzhöhe ordentlich aufpolieren. Was ich damals nicht wusste, ist, dass ich mich rund ein Jahrzehnt später in Grund und Boden schämen würde. Aber macht ja nichts, die passten super zu meinen gekreppten Haaren und dem Stimmungsring. Auch mein damaliges Beinkleid ist jetzt nicht unbedingt etwas, was ich als stilvoll bezeichnen würde. Stichwort: Sporthose aus glänzendem Plastikstoff zum Aufknöpfen. Ein modischer Fauxpas, den wir nun wirklich lieber den Harry’s und Lutz’es vorbehalten wollen.

Auch Jahre später ging ich stets mit dem Trend und war stolze Besitzerin einer Miss Sixty Hüftjeans. Die Hose durfte gerade mal so viel von meinem Hinterteil verbergen, dass entweder mein aufgeklebtes Arschgeweih oder mein String-Tanga hervorblitzten – gerne auch Beides. Noch bis heute hält die Marke den Weltrekord für die Erfindung des kürzesten Reißverschlusses der Welt. In Kombination mit dem Hüftgürtel mit Strasssteinchen und den Kreolen die die Größe eines Hoola-Hoop-Reifens annahmen, fühlte ich mich wie R’n’B-Queen Aaliyah in ihrem Song „Try again“. Mh, ja.

Ed-Hardy-Mit der Zeit wurden die Glitzersteine zwar nicht weniger, die Geschmacksverirrungen jedoch scheinbar größer. So strahlte ich wie ein Honigkuchenpferdchen, als ich mein erstes Ed Hardy Shirt, ein Geburtstagsgeschenk meines damaligen Chefs, Aleko, ein verrückter Grieche, für den selbst das Nest einer Elster noch zu wenig Glitzer gehabt hätte, in den Händen hielt. Voller Stolz konnte ich erneut meine Schul-Beliebtheit um einige Punkte steigern und war sowieso der Meinung, dass es sich auf meinem Shirt um echte Swarovski-Steine handelte. Heute werde ich das Ding leider nicht mal auf Ebay los. Natürlich war ich sehr tolerant, wenn es darum ging, das Glitzershirt mal gegen ein Stehkragen Shirt im Preppy Look auszutauschen. Konnten wir uns wirklich, wie erfolgreiche Rich Kids fühlen? Wo wir doch Miss-Sixty-WIKIMEDIAnach den Sommerferien die vermisste Tupperdose und das sechs Wochen alte Pausenbrot aus dem geliebten Eastpack-Rucksack wiedergefunden haben. Trotzdem ließ ich mich nicht beirren und orientierte mich stets an den „The simple life Stars“ Paris Hilton und Nicole Richie und schreckte auch nicht davor zurück, mit dem rosafarbenen Nicki-Jogging-Anzug in die Schule zu gehen. Mit meinen French Manicure Nägeln sah ich doch sehr hochwertig aus.

Man könnte meinen, dass es um die Jahr ruhiger wurde, um die Schrankleichen, aber nein, auch der Indie-Rocker-Trend á la Pete Doherty und Kate Moss mit schmaler Krawatte und karierter Weste konnten sich nicht vor mir retten. Warum auch, mit der Skinny Jeans – für die mein Kardashian Po schon immer zu groß war – und dem beliebten Palituch, ergab das Ganze ein wunderschön stimmiges Gesamtbild.

Ich gebe zu, dass mich noch heute die Trends leiten. So habe ich mir erst vor Kurzem einen Wavy Bob schneiden lassen, trage stets meinen Jumpsuit und die Birkenstocks spazieren und bin auch nicht abgeneigt von Fischhüten, 70er Jahre Revivals oder Mom-Jeans. Warum auch? Es macht doch so viel Spaß mit Mode und Trends zu experimentieren und sich auch noch Jahre später darüber zu amüsieren.

teaser header I

Text: Julia Otto

Related News

Copyrıght 2014 TEASER Magazine. All RIGHTS RESERVED.