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MUSIC MUST: DIE NEUE ÄRA DER „BOYBANDS“

Backstreet Boys und *NSYNC waren gestern – heute geht es um echte Gefühle und echte Kerle. Eine neue Ära ist angebrochen! Mit rauchigen Stimmen, klaren und doch poetischen Texten begeistern uns aktuell Sizarr, Annenmaykantereit und Tame Impala und machen Schluss mit „Plastikmusik“. Melancholisch-rockig, aber nicht zu kitschig!

SIZARR

„Nurture“ heißt das aktuelle und zweite Album der deutschen Band Sizarr. Alles andere als typisch deutsch klingt ihr Sound – mit einer Mischung aus beschwingten Melodien, der eindringlichen Stimme von Fabian Altstötter wird dem Elektropop eine ganz neue Note gegeben. „There’s lava inside of my veins“ heißt es in dem Song „Timesick“, und ja – genauso klingt die Stimme des 22-jährigen. Zwischen ihren englischen Lyrics lassen die Jungs auch gerne mal deutsche Wörter in ihre Texte mit einfließen: „Oh Zweisamkeit. How many more repeats – until I learn the differences between desire and needs?”. Trotz offensichtlich tiefgründigen Themen wie Liebe, Herzschmerz und Selbstfindung hat es Sizarr geschafft, dass das Album knapp am Kitsch vorbeistreift. Ein Album voll glühender Leidenschaft – und das von ziemlich coolen Jungs.

„Oh Einsamkeit, your company’s a devious crime, and unaware of all the turns it would take, i had to make you mine.“ – Sizarr, Baggage Man

ANNENMAYKANTEREIT

Annenmaykantereit – klingt erst mal komisch, ist aber ganz großartig. Der Name setzt sich aus den Nachnamen der drei Bandmitglieder zusammen. Dahinter verbirgt sich deutsche Musik mit Texten, die brutal ehrlich sind. Über die Liebe, wie sie einen zerreißt, ratlos macht. Mal wütend und laut, mal sanft und gefühlvoll, aber immer eindringlich. Die 3 Kölner, alle Anfang 20 haben ein weites musikalisches Spektrum und es so von der Straßenmusik zu Auftritten in Clubs und auf Festivals geschafft. Sänger Henning May wird schon als neuer Rio Reiser gehandelt – jedoch sind die Songs von Annenmaykantereit keine klassischen Radiosongs, erinnern eher an Element-of-Crime und eine Mischung aus Rock, Pop, Blues und der nach Rauch und Whiskey klingenden Stimme des Sängers.

„Und jetzt fehlt mir so viel, was mir wegen dir gefiel. Ich schrei zu Haus’ gegen die Wand und draußen stumm in mich hinein.“ – Annenmaykantereit, Nicht Nichts

TAME IMPALA

„Currents“ ist der Name des neuen Albums der australischen Band Tame Impala. Anders als das Album zuvor klingt „Currents“ nahezu majestätisch und klar. Die Band schafft hallende Klangräume und ihr psychedelic Rock wird in eine neue Richtung gelenkt. Es passiert nicht oft, dass ein Album einem schon beim ersten Mal Hören so packt wie dieses. Es geht um Sehnsucht, Veränderungen und der Suche nach etwas Neuem. „Currents“ ist ohne Zweifel ein meisterhaftes Album. Durch moderne Klänge und das bis ins kleinste Detail definiertes Sounddesign, das an die Siebziger Jahre erinnert und eine Mischung aus elektronischer Musik und Rock ist. Woher kommt der musikalische Wandel? Sänger Kevin Parker bringt es in dem Song „Yes, I’m Changing“ auf dem Punkt: „They say people never chance. But that’s bullshit.“

„But i have no voice if I don’t speak my mind my weakness ist he source of all my pride, I’ll tell you why. Cause I’m a man, woman. Don’t always think before I do.“ – Tame Impala, Cause I’m a Man

Text: Katrin Kobberger
©Instagram/jupame

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