TeaserMagazineMusicMustsMissPlatinumVideo

MUSIC MUSTS: DIE TOP 3 DER TEASER REDAKTION

Nachdem beim letzten ,Musik Must‘ die Herren der Schöpfung (zumindest in Sachen deutscher Musik) im Fokus standen, steht diese Woche musikalisch unter dem Motto: Frauenpower, made in Berlin. Wir stellen euch drei deutschsprachige Musikerinnen vor, die in unserer kreativen und pulsierenden Hauptstadt leben und dort jeweils an ihrem ganz eigenen Sound arbeiten. Elif, Lary und Miss Platnum, musikalische Ausnahmeerscheinungen, die für erfrischende Abwechslung und mächtig Furore im deutschen Pop-Einerlei sorgen.

Elif – Feuer

Auf vielen Radiosendern läuft derzeit der House-Remix des DJ-DUOs Gestört aber Geil „Unter meiner Haut“ hoch und runter. Was viele nicht wissen, im Original stammt der Titel von der deutschen Popsängerin Elif. Die gebürtige Berlinerin veröffentlichte im August 2013 ihr erstes Album, nachdem sie bereits Tim Bendzko, Bosse und Ronan Keating auf Tour begleitete. Das Debut der Deutschtürkin, die 2009 den zweiten Platz bei Popstars belegte, ist bestimmt von einfühlsamen, intelligenten Texten über Familie, Freunde und wie könnte es anders sein, über die Liebe. Liebe in jeglicher Variation, als flüchtige Begegnung bei Nacht, die man nicht vergessen kann und will, Liebe als Belastung und als Schmerz und Liebe als das, was sie eigentlich sein sollte: als unglaublich erfüllendes, beflügelndes Gefühl. Es sind Momentaufnahmen aus dem Leben einer jungen Frau, einer Frau auf der Suche, einer Frau, die sich, vielleicht auch durch dieses Album, ein Stück weit selbst findet. Elifs Songs bestechen durch sanfte, zärtliche Melodien, Texte mit Tiefgang und durch die Stimmfarbe der elfengleichen Sängerin, die mal weich und tief, mal hell und glockenklar die Songs bestimmt. Besonders schön kommt diese in der Akustikversion von „Feuer“ zur Geltung.

Lary – Kryptonit

Lauter. Lyrischer. Lary. Das könnte der Untertitel für das Debütalbum der Wahlberlinerin sein. Denn die Songs der stimmgewaltigen 28-Jährigen strotzen nur so vor Stärke und Kraft. In ihren Liedern ist sie mal die verführerische Femme Fatale, mal das blutjunge Ding, das auf nächtlichen Streifzügen Erfahrungen des Erwachsenwerdens macht, mal ein Mädchen mit gebrochenen oder frisch entflammten Herz, aber so oder so eben jedes Mal die geballte Ladung Lary! Die Songs ihres Albums FutureDeutscheWelle, dessen Titel sich an die NDW der 80er anlehnt, brechen mit den Konventionen des deutschen Pop: Explosive Melodien folgen auf verträumte Tonfolgen, harte Beats treffen auf sphärische Klänge und Elektro-Sounds werden durch Rock- und Blues-Elemente erweitert. Auf diesen in der Tat zukunftsweisenden Sound legt Lary mit ihrer souligen Stimme dann zärtlich poetische, düsterleidenschaftliche oder unverblümt doppeldeutige, provokante Lyrics. Das Ergebnis? Eine irisierend-lebendige und erfrischend futuristische Platte (man beachte auch die Motion Vinyl, auf der die Künstlerin ihr Debut in limitierter Stückzahl herausgebracht hat). Lary singt, was sie denkt, und tanzt, wie sie fühlt. Das merkt man spätestens, wenn man sie einmal live erlebt hat und die gebürtige Gelsenkirchnerin zu „Propeller“ ihre Dreadlock-Mähne tanzen lässt. Unser Favorit „Kryptonit“ erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe (weiter), von der man eigentlich weiß, dass sie einem nicht gut tut, aber ohne die man einfach nicht leben kann.

Miss Platnum – 99 Probleme

Bei ihr treffen Balkan Beats auf Berliner Schnauze: Die Rede ist von Ruth Maria Renner, besser bekannt als Miss Platnum. Die gebürtige Rumänin, die seit ihrem 8 Lebensjahr in der deutschen Hauptstadt lebt, veröffentliche bereits 2005 ihr erstes Studioalbum. Damals singt sie auf Englisch, die Songs sind stark durch rumänische Volksmusik, schnelle Rhythmen und Balkanbläser geprägt. Nach drei englischsprachigen LP’S mit einer Mischung aus Balkan-Beats, HipHop, Soul und Dancehall und im Zuge verstärkter Zusammenarbeiten mit deutschen Musikgrößen wie Seeed, Peter Fox und Marteria, dann der Bruch: Miss Platnum beginnt auf Deutsch zu singen und „Lila Wolken“, die erste Singleauskopplung des gleichnamigen Mini-Albums, dass sie 2012 gemeinsam mit Marteria und Yasha aufnimmt, wird zum Hit. Ihr viertes Studioalbum Glück & Benzin veröffentlicht Miss Platnum 2014 dann ebenfalls auf Deutsch. Doch was sich geändert hat, ist nicht nur die Sprache. Die Sängering hat sich darauf neu erfunden, hat ihr flippig-buntes Image der feierfreudigen, frechen Balkan-Queen abgelegt und einen erwachseneren Sound kreiert, deutlich elektronischer und reduzierter, ein bisschen schwerer und melancholischer und, wie sie selbst sagt, echter. Aber ganz trennt sich Miss Platnum nicht von ihren südosteuropäischen Wurzeln: Balkanvibes klingen nach wie vor hier und da in ihren Liedern in Form von Synthesizern an und in dem Video zu dem Song „99 Probleme“ tanzt die taffe Powerfrau über den Dächern und durch die Straßen von Bukarest.

Text: Carla Schmidt
©Youtube

Related News

Copyrıght 2014 TEASER Magazine. All RIGHTS RESERVED.