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MUSIC MUSTS: FRENCH POP-LOLITA PETITE MELLER

„I create alternate realities and I invite people to take part. And I think everyone can create their own.“ Mit schrägen Outfits, Kulleraugen und außgerwöhnlichem Sound-Mix entführt Petite Meller ihre Fans in skurrile Welten, geprägt von Kunst, Film und Philosophie.

Sie rauchen, tragen ihr natürlich-brünettes Haar ungekämmt, sind trotz Gym-Aversion schlank und zierlich, legen kaum Make-up auf und bedienen sich à la Coco Chanel am Kleiderschrank ihrer Männer, um dann trotzdem unglaublich verführerisch und feminin zu wirken – den Mythos des typischen French Girls mit „Je ne sais quoi“-Attitude verbinden wir mit Frauen wie Caroline de Maigret, Vanessa Paradis oder Carine Roitfeld. Unser neuster #FrenchGirlCrush trägt allerdings bunte Hüte, Kleider in Bonbon-Farben und viel zu viel Rouge auf den Wangen. Diesen legt sie in Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis ihrer Kindheit auf: „Ich trage diesen Rouge und die Leute lachen über mich, aber ich finde, man sollte sein Trauma stolz zur Schau stellen. Das stammt von einem Sonnenbrand, den ich als Kind hatte. Die Menschen sollten stolz sein auf das, was sie aus ihrer Vergangenheit in ihrem Rucksack mit sich herumtragen.“

Der Lolita-Look, der sich modisch momentan besonders in Japan durchsetzt, lässt Petite Meller oft wirken wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Auch in ihren Musikvideos erschafft sie surreale Welten und absurde Szenarien. Für ihren ersten Song „Baby Love“ bekam sie Inspiration aus dem Kino. Sie liebt Antonioni, Bergman und Godard, dessen 50er Jahre Klassiker „Und immer lockt das Weib“ mit Sexsymbol Brigitte Bardot als Vorlage für Baby Love diente. Darin trinkt sie Tee mit Giraffen und erzeugt afrikanische Klänge mit einer Menge Trommeln. Im Video zu ihrem Song „Barbaric“, das sie bei Twitter mit dem Kommentar: „This goes out to all o ya who don wanna act normal!“ veröffentlichte, umgibt sie sich mit einer Gruppe Senioren, die später sogar Teil der Bühnenshow sind und sie während der Tour begleiten.

Im Zuckerwatte-rosa Minikleid mit cremefarbenem Hut erschien die Künstlerin auf der Chanel Spring 2016 Fashion Show. Sie studiert Philosophie im Master an der Sorbonne und verehrt Nietzsche und Freud. So postet sie unter das Foto, das sie bei Chanel zeigt ein Fashion Statement mit Bezug auf den berühmten Tiefenpsychologen: „However sometimes cigar it’s just a cigar but a hat is NEVER just a hat.“ Petite Miller beweist, dass ein exzentrisches, für einige belächelnswertes Äußeres tiefgründige Texte, Bildung und Kunstanspruch nicht ausschließt und hat mit ihrer Musik etwas neues, sehr eigenes geschaffen hat. „Nouveau Jazzy Pop“ nennt sie selbst das Genre in dem sie sich musikalisch bewegt. Dies sei eine Mischung aus Jazz, französischen Chansons und klavierlästigem House. Also: Kopfhörer auf und in bunte Welten entführen lassen, in denen nicht nur modisch alles erlaubt ist!


Text: Laura Lück
© Youtube/ petitemelle

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