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MUSIC MUSTS: GIRL POWER

Es gibt einen großen Unterschied zwischen „girly“ und „Girlpower“ – wie genau der klingt zeigen die neuen Songs von U.S Girls, Eliot Sumner und Peaches die unbedingt auf jede Herbst-Playlist gehören. Die richtige Mischung aus Proll-Schick, Feminismus und starken Stimmen, die kein Blatt vor den Mund nehmen.

U.S. GIRLS – WINDWO SHADES

Wer bei dem Namen U.S. Girls an kreischende Cheerleader denkt ist auf der ganz falschen Fährte. Die Musik von Meghan Remy klingt rau und ehrlich, was sie von einigen winselnden Pop-Kolleginnen abhebt. Schon seit 2008 nimmt Remy Alben auf, ihr Stil hat sich mit den Jahren gewandelt, sie experimentierte viel, bettet ihre Stimme auf viele unterschiedliche elektronische und instrumentelle Beats. Die Songs auf ihrem neuen Album „Half free“ erzählen Geschichten von Frauen ohne Selbstbewusstsein, schaffen es aber beim Hören durch ihre Radikalität ein Gefühl von Sicherheit und Energie zu hinterlassen. U.S. Girls entführt einen in andere Sphären – nicht nur durch das nostalgische Musikvideo!

„I won’t think about you every time I hear that tune.“

ELIOT SUMNER

Sie ist zurück! Nachdem Eliot Sumner, die Tochter von Rock-Legende Sting, 2010 unter dem Namen „I blame Coco“ ein Album veröffentlichte macht sie nun unter eigenem Namen Musik. Vom Sound her hat sich nicht viel verändert. „Species“ heißt einer ihrer neuen Songs – es geht um die aktuell präsente Gender-Frage. Eliot Sumner ist endlich wieder im Hier und Jetzt angekommen – ihre Musik ist laut, experimentell und eben so gar nicht girly, was man wohl auch auf ihre ungewöhnlich tiefe Stimme und Sumners androgynen Look zurückführen kann. Bis zum 22.01.2016 müssen wir uns noch gedulden denn dann kommt endlich das neue Album raus!

„I’m not sure about the gender, I’m not sure about the species“

PEACHES FT. KIM GORDON – CLOSE UP

Peaches wollte das beste Album erschaffen zu dem sie in der Lage ist: „Rub“! Gewohnt sexistisch, provokant und doppeldeutig. Oder in einem Satz, an Peaches Tonalität angepasst: Mitten in die Fresse. Die Kanadierin ist so unumstößlich selbstsicher, das hört man nicht nur, das sieht man auch. Im Video zu „Close Up“ steigt sie in den Ring und wie üblich basiert das ganze Spektakel auf Körperlichkeit. Peaches spricht das aus, und Themen an, die wohl für manche als Tabu gelten – das Ganze verpackt in moderne Trance-Beats. Ihre „Fuck the Pain away“ –Attitude zieht sich durch das Album. Absolut nicht girly sondern voller Power und klarer Statements, die man teilweise nicht allzu ernst nehmen sollte.

„Diminish the pillage
A privilege to visit my village
Are you finished?
Saw shrinkage
Your seeds aren’t coins in my mintage“

Text: Katrin Kobberger
©instagram/eliotsumner2

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