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MUSIC MUSTS: MAGIC LIVE CONCERTS

Musik auf Platte, gemütlich zu Hause zu hören ist Balsam für die Seele. Musik im Ohr auf dem Weg zur Arbeit ist wie Abkapseln von der Realität. Aber die wohl schönste, intensivste Form Musik zu genießen sind Konzerte. Florence + the machine, James Blake und Lykke Li sind wahre Magier, verzaubern uns mit ihren Konzerten und katapultieren uns in eine andere Welt.

FLORENCE + THE MACHINE – ROYAL ALBERT HALL

Im Zentrum Londons befindet sich die Royal Albert Hall – erbaut zu Ehren von Prinz Albert, dem Gemahl von Königin Victoria. 1871 erbaut, finden seitdem immer wieder besondere Veranstaltungen statt, und auch Stars wie Adele, Robbie Williams oder Florence + the machine haben die Konzerthalle mit ihrer Musik bereichert und dem Publikum unvergessliche Abende beschert. Vor allem Florence + the machine, mit Frontfrau Florence Welch brachte die Royal Albert Hall zum leuchten.

Die Aura von Florence Welch ist magnetisierend, lässt einen nicht mehr los. Etwas umgibt diese Frau, das einen berührt, und zwar da wo es weh tut, da wo unsere Sehnsucht wohnt. Florence Texte sind pure Poesie und doch voller Klarheit, so dass sie einen nicht in der Luft hängen lassen, sondern ein gutes, beruhigendes Gefühl hinterlassen. Ihre Stimme würde man definitiv unter tausenden heraushören und die Energie die von ihr ausgeht, ist vor allem bei ihren Live-Konzerten zu spüren. Die Musik von Florence + the machine zieht einen sofort in ihren Bann, die Mischung aus Indie, Rock, Pop, Folk und Soul ist so einzigartig und im Vergleich zu vielen aktuellen Pop-Sternchen vor allem echt. Auf ihren Konzerten verzichtet Florence auf spektakuläre Feuerwerke, halbnackte Background-Tänzer und ständige Outfitwechsel, und trotzdem fehlt einem nichts. Der einzige Specialeffect bei Konzerten von Florence + the machine ist sie selbst, und so schafft sie es allein mit ihrer Präsenz und ihrer Stimme, die Konzertmenge mitzureißen und zu berühren – gleichzeitig, abwechselnd und ganz ohne Pause. So auch im April 2012, bei ihrem Konzert in der Royal Albert Hall in London. Symphonieorchester, die opulente Kulisse der Konzerthalle, Florences goldenes Kleid – alles passt zusammen. Mit ihrem Megahit „You’ve Got the Love“ stimmt sie das Publikum auf den Abend ein, einen Abend den diese wohl nicht so schnell vergessen werden. Ein absolut sehenswertes Konzert, das auch über den Bildschirm ein gewisses Gefühl bei einem hinterlässt. Man kann einfach nicht anders, als sich in diese Frau zu verlieben, und ihre Unnahbarkeit unterstreicht dieses Gefühl umso mehr.

„NO LIGHT, NO LIGHT IN YOUR BRIGHT BLUE EYES

I NEVER KNEW DAYLIGHT COULD BE SO VIOLENT

A REVELATION IN THE LIGHT OF DAY

YOU CAN CHOOSE WHAT STAYS AND WHAT FADES AWAY

AND I’LL DO ANYTHING TO MAKE YOU STAY

NO LIGHT, NO LIGHT

TELL ME WHAT YOU WANT ME TO SAY“

Florence + the machine – No Light, No Light

JAMES BLAKE – NPR MUSIC FRONT ROW

Elektronische, vibrierende, kosmische Klänge lassen einen in andere Sphären aufsteigen. Beats die durch den ganzen Körper gehen und die von schnellen Lichteffekten unterstrichen werden. James Blakes Konzerte bauen sich langsam auf, die Beats werden immer eindringlicher, lauter und man wartet sehnlichst auf seine Stimme, die einen, begleitet von sanften Klavierklängen, völlig umhauen, so dass man kurz keine Luft mehr bekommt. Durch seine nachdenklichen, teilweise traurigen Texte und durch seine verletzliche und irgendwie trotzdem starke Stimme fühlt es sich so an als würde James Blake direkt in unsere Seele singen – eigentlich kann man sich gar nicht dagegen wehren. Und natürlich ist der Unterschied zwischen dem Erleben von Musik auf Platte und einem Live Konzert riesig. Hört man einen Künstler wie James Blake Live, kommt es einen so vor, als würde man jeden einzelnen Song zum Ersten mal hören und erleben. Die Balance zwischen elektronischen Klängen und seiner sanften Stimme ist die perfekte Mischung und lässt eine psychedelische Energie entstehen, die einen nicht mehr los lässt. Mit Songs wie „Limit To Your Love“ lässt James Blake kein Auge trocken. Eineinhalb Stunde Magie schenkt uns der Sänger, der sich in keine Schublade stecken lässt und krönt den Abend mit einem Highlight. Mit „A Case Of You“, ein Song von Joni Mitchell setzt dem Konzert die Krone auf, mit Lyrics die nach Herzschmerz und Rotwein klingen, nach Sehnsucht und Erinnerungen. Wer die Chance hat James Blake live zu sehen sollte nicht lange zögern.

„JUST BEFORE OUR LOVE GOT LOST YOU SAID

I AM AS CONSTANT AS A NORTHERN STAR’

AND I SAID ‚CONSTANTLY IN THE DARKNESS

WHERE’S THAT AT?

IF YOU WANT ME I’LL BE IN THE BAR“

James Blake – A Case Of You

LYKKE LI – GLASTONBURY FESTIVAL

„I follow you, deep sea baby“ – I follow rivers ist ein Song der seit Jahren nicht mehr aus dem Radio wegzudenken ist. Das nahezu alle Songs von der schwedischen Sängerin Lykke Li so fesselnd sind, weiß kaum jemand und auch bei ihren Konzerten lässt Lykke Li die Menge förmlich beben. Mit Herzschmerztexten, mit mehr Herz als Schmerz, erzählt sie von Situationen, durch die jeder einmal geht und über sich ergehen lassen muss. In poetische Sprache und außergewöhnliche Klänge gehüllt, werden die Songs zu Hymnen über Selbstzweifel, Sehnsucht, Träume und vor allem Liebe. Mit ungewöhnlichen „Instrumenten“ wie zum Beispiel dem Megaphon verleiht sie ihrer Musik eine ganz besondere Note und lässt ihre zarte Stimme auf immer andere Art klingen, je nach Gefühl und je nach Text. Ihre Musik ist Kunst: Schellenringe, Kastagnetten und Claves zaubern eine Energie wie sie nur von Lykke Lis Musik ausgehen kann. Einzigartig schön, besonders und auch live ist die Sängerin überwältigend. Ein bisschen mystisch wirkt sie auf der Bühne, als wäre sie in einer ganz anderen Welt, während sie aber über die brutale Realität singt. Schwarze weite Gewänder, fließende Bewegungen, man schwimmt quasi in dem Meer ihrer Musik, aus dem man überhaupt nicht mehr auftauchen möchte. Musik mit Tiefgang ist in den Charts von heute leider nicht mehr oft vertreten, und umso besonderer ist es, eine so begnadete Sängerin live zu erleben. Mit Songs wie „Youth Know No Pain“ macht sie Mut, lässt ihre Stimme laut erklingen und vermittelt ein Gefühl von Überlegenheit während Songs wie „Never Gonna Love Again“ nur so vor Herzschmerz triefen, aber nicht auf die unangenehme Art.

„AND IF YOU SAY, I’M NOT OKAY, WE MUST GO

IF YOU SAY THERE AIN’T NO WAY THAT I COULD KNOW

IF YOU SAY I AIM TOO HIGH FROM DOWN BELOW

WELL, SAY YOU’RE NOT ‚CAUSE WHEN I’M GONE

YOU’LL BE CALLING BUT I WON’T BE AT THE PHONE“

Lykke Li – I’m Good, I’m Gone

Text: Katrin Kobberger
© Instagram/zeusstolemythunder

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