clark

REINGEHÖRT: CLARK

Teegläser: Viele der Stücke auf Clarks neuem Album „Clark“ sind wie Teegläser. Sie sind das durch ihre Durchsichtigkeit. Der Blick auf etwas Warmes wird freigegeben. „There’s A Distance In You“ ist so ein Song. Die Distanz, sie mag im Gegenüber sein, in Clark ist sie nicht. Wie unabwendbar setzt dieser Musiker ein Element an das andere. Er vernimmt etwas – und setzt prompt etwas für ihn Stimmiges dagegen.

Genres hat der englische, in Berlin lebende Mann mittlerweile abgelegt. Meist hört man nur noch ihn. Doch ist das wirklich warm? Die Stücke muten auch apokalyptisch an. Dazu kommt dieses Dringende, in etwas sehr Vielschichtigem mündende.

Der erste Track heißt „Ship Is Flooding“. Wie mit einem Schneebesen wird etwas sehr Endzeitliches kreiert. Auf das überflutete Schiff folgen Songs, die nicht mehr wie von dieser Welt klingen. Doch sie ist da, die Wärme. Sie dringt uns aus jeder Note entgegen, so stürmisch diese auch gerade tönt.

„Beacon“ ist wichtig im Album. „Strength Through Fragility“ und „Winter Linn“ ebenfalls. Wo „Strength Through Fragility“ zum ausschließlichen Reinlegen einlädt, da möchte „Winter Linn“ mit dem Hörer viel eher durch den Schnee stapfen. „Sodium Trimmers“ lässt einen Bass zerstäuben, in „Snowbird“ ist es eine Stimme, die ein Metallophon zu verstörten scheint. Fühlt es sich gar ersetzt? Das Metallophon ist wirklich sehr zurückhaltend …

Sonst ist das auf diesem Album nichts. Es steckt viel Überzeugung darin. Entstanden ist „Clark“ in diesem Jahr, über einige Monate in England. Der Musiker spielt es live. Er ist gerade dabei, der Deutschland-Termin ist am 3. Dezember, Berghain Berlin. Karten gibt es hier.

Text: Dana Dolata

„Winter Linn“ auf Soundcloud

Das Album als Vinyl, CD, WAV auf Bleep

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