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REINGEHÖRT: NAVEL

Navel sind ungezähmt, ungebrochen und noch immer unerhört überraschend. Kaum eine Band hat sich über die vergangenen fünf Jahre wohl so oft neu erfunden wie diese eindrucksvolle Kapelle aus der Schweiz. “Songs Of Woe” heißt ihr viertes Album und präsentiert die einst als Grunge-Rocker berühmt gewordene Konstellation in ihrem vielleicht bisher stärksten Sound-Gewand. 

navel_sowFrontmann Jari Antti mag es heute nicht mehr so gern, wenn man ihn auf das Debüt seiner Band anspricht. “Frozen Souls” katapultierte die damals noch als Trio agierenden Navel innerhalb kurzer Zeit auf die Bühnen ganz Europas, ins Vorprogramm einiger Größen wie etwa Queens Of The Stone Age sowie auf diverse Festivals. Ihr damaliges Label Louisville nahm dabei eine wichtige Rolle ein, war für die Band jedoch Fluch und Segen zugleich. 2010 wurde Louisville insolvent, das erste Kapitel Navel hatte damit ein Ende. Es folgten das düstere Werk “Neo Noir”, ein überraschend Blues-lastiges “Loverboy” und nun als jüngster Langspieler steht “Songs Of Woe” in den Regalen und damit Navel 4.0.

Der Grunge hat sich lange verabschiedet, die damaligen Bandmitglieder auch. Und das schon zum zweiten Mal. Einzig Mastermind Jari Antti ist heute noch von der Urbesetzung geblieben und hat sich drei neue Leute zur Seite geholt, auf die er vielleicht schon immer gewartet hat, möchte man meinen. Denn Navel sind 2014 so eingespielt und stark wie vielleicht noch nie zuvor. Sie geben sich experimentierfreudiger denn je und haben aus der Vergangenheit gelernt, sich allem unnötigen Ballast entledigt und beweisen in knapp 50 Minuten, wie viel Spielfreude, Energie und bemerkenswertes Talent in puncto Arrangements, Atmosphäre und Spannung in ihnen steckt. Da ist das kauzig-knirschende “The World Is On Fire”, ihr vielleicht bisher gewagtester wie gelungenster Wurf in Form von “Tale Of Woe”, das überaus episch und verspielt wie auch unkonventionell und brillant daherkommt, genau wie auch das prügelnde “True Love Won’t Let You Down”, um nur einige Highlights zu nennen.

Es ist verblüffend und schön, dass man sich eine Band wie NAVEL heute noch nicht mit tausenden Leuten teilen muss. Qualitativ kann es “Songs Of Woe” jedenfalls mit den großen Namen und Sound-Kollegen wie etwa den Black Keys oder Godfather Neil Young durchaus aufnehmen. Es bleibt Navel dabei zu wünschen, dass sie ihre Songs vielleicht eines Tages auch wieder auf den großen Bühnen spielen, allerdings stehen ihnen auch die rauchigen Clubs gut zu Gesicht und wie es sich derzeit anfühlt, wird Jari Antti gemeinsam mit großartigen Musikern sicher noch einige Alben auf den Weg bringen. Von all seinen bisherigen Outputs ist “Songs Of Woe” jedenfalls der stärkste. “Hey, hey, my, my…”

“Songs Of Woe” hören auf Spotify. 

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NAVEL – Live 2014/15:

19.12. CH-Cully – Thbbc
20.12. CH-Olten – Coq D’Or
22.01. CH-Geneva – L’Usine
30.01. CH-Zürich – Ziegel Oh Lac
31.01. CH-Basel – Kaserne

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