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REINGEHÖRT: NILS CHRISTIAN WÉDTKE

Ohne Schnörkel, intensiv und mit vielen Gesichtern, die sich auch in der Instrumentierung zeigen, präsentiert der Wahlhamburger Nils Christian Wédtke ein ausgereiftes und gelungenes Debütalbum mit vielen Facetten und jeder Menge sympathischen Referenzen an deutsche Songwriter-Kollegen, ohne dabei auch nur im geringsten ein platter Abklatsch zu sein.

Och-AlbumcoverHier eine Mundharmonika, dort ein Cello, Trompete, Tuba und mal spielt die Rockband auf, samt Schlagzeug und E-Gitarre. Immer so, wie es der jeweilige Song verlangt. Kein Prunk, kein Konfetti – dafür ehrlich und ohne MakeUp macht sich der junge Mann gemeinsam mit seiner Band ans Werk. Hinter dem unscheinbar anmutenden Titel “Och” verbergen sich zwölf Songs, mal zurückhaltend mit klarem Songwriter-Kern, mal auch durchdringend nach vorn schreitende Band-Arrangements und alles überaus dynamisch gestrickt mit cleveren, intelligenten Texten. Was sich im Intro noch sehr zurückhaltend gibt, wird gleich im zweiten Song “Elefant für mich” sehr amtlich weiterentwickelt – Wédtkes Stärken liegen in der Überraschung, seinen Texten und dem Zusammenspiel mit fähigen und flexiblen Musikern, die für das Album eine wirkliche Bereicherung sind.

Als Support von Enno Bunger, Moritz Krämer oder Spaceman Spiff sammelte Wédtke in den letzten Jahren erste Live-Erfahrung, die sich jetzt auch in den Songs seines Albums wiederspiegelt. Immer wieder spielt er mit kauzigen und unkonventionellen Anleihen, wie es etwa das “Raubtier” mit seinem knorrigen Bläsersatz ausstrahlt und versteht es nur wenig später spielend leicht, den Hörer wieder mit einer guten Portion Pop zu besänftigen, wie es zum Beispiel das harmonische “Morgenlicht” zum Ausdruck bringt. Allen Recht machen möchte er es dennoch nicht und behält ein markantes Gesicht durch Experimente und die richtige Inspiration.

Eines der Highlights dieses sympathisch unscheinbar wie zweifelsfrei gelungenen Debüts ist das humorvolle “Ach, Bielefeld”, eine liebevoll, niedliche Hommage an die Stadt, deren Ruf es in Deutschland wirklich alles andere als leicht hat. Man muss schmunzeln, wie auch so oft an anderen Stellen dieses schönen Albums. “Och” ist vermutlich das charmanteste Stück deutsches Songwriting seit der ersten und bedauerlicher Weise einzigen Kid Kopphausen. Sicher, dieser junge Mann hat noch nicht die Erfahrung und Größe der alten Hasen im Geschäft. Aber er ist auf einem verdammt guten Weg dahin.

 

“Och” hören bei Spotify.

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Live 2014:

14.11. Hamburg – Zinnschmelze
15.11 Berlin – Barcafé Es
16.11. Magdeburg – Wohnzimmer
17.11. Jena – Wohnzimmer
18.11. Leipzig – Wohnzimmer

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