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WEEKLY ESCAPE: NAMASTÉ KATHMANDU

Umgeben von hohen Bergen, die schneebedeckt in den Himmel reichen, liegt das abgeschiedene Kathmandu-Tal mit Nepals Hauptstadt Kathmandu. Die Stadt, die nur über einen schmalen Pass zu erreichen ist, bildet das kulturelle und politische Zentrum der Stadt und im Dwarika’s Hotel ist man in Nepal perfekt aufgehoben…

Das Dwarika’s Hotel in Kathmandu, Nepal ist mit Sicherheit die einzige Unterkunft weltweit, bei dem die Fenster schon da waren, bevor es die Idee gab, ein Hotel zu eröffnen, oder bevor es überhaupt Hotels gab. Einige der kunstvoll geschnitzten Fenster stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Der Gründer Dwarika Das Shrestha stammt aus einer wohlhabenden Newari-Familie und lernte die Newari-Kultur, die für ihre figürlichen und floralen Holzschnitzereien bekannt ist, schon sehr früh zu schätzen. Als er eines Tages beim Joggen sah, wie Arbeiter das Holz geschnitzter Fenster einer Ruine zu Brennholz verarbeiteten, kaufte er ihnen die Rahmen ab, und ließ diese restaurieren. Ein Meilenstein, denn von da an begann er die traditionellen Stücke zu sammeln, bis sein Haus und sein Garten mit den Sammlerstücken überhäuft war. Die Fülle der Schätze ermutigten ihn, ein Hotel zu bauen, welches sich mit der Erweiterung seiner Holzsammlung stets vergrößerte, um immer weitere Fenster und Türen einbauen zu können.

Heute gleicht das TeaserMagazineWeeklyEscapeNepal10Hotel eher einem Dorf, mit vielen Gebäuden und einem weitläufig verwinkelten Garten, 74 Zimmern, einer Restaurierungswerkstatt, Holzschnitzern und jungen Auszubildenden, damit die Kunst der Newari nicht ausstirbt – mitten in der Stadt Kathmandu. Der Gründer ist bereits verstorben, seine Frau Ambica und Sangita Shrestha führen das Luxushotel, abgeschirmt von Lärm, Hektik und Schmutz, weiter und erhalten stets die traditionelle Handwerkskunst der Newari. Vor über 2000 Jahren begannen Menschen das Kathmandu-Tal zu besiedeln und schafften eine indigene Gesellschaft, die in den umliegenden Gebieten als Newaris bekannt war. Während der Herrschaft der Malla Könige blühte die Newari Zivilisation vom 12. bis 18. Jahrhundert auf, da die Könige stark von der Handelsroute zwischen Indien und Tibet profitierten und in den Export der Arbeiten ihrer Handwerker investierten. So wurden die liebevollen, hingabungsvollen Arbeiten der Bildhauer und Maler, sowie Skulpturen nach Indien und Tibet gebracht und dadurch über die Jahre eine reiche Tradition geschaffen, die alle Formen der Kunst einkapselte. Noch bis heute stellen die architektonischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten eine der wichtigsten Funktionen der Kulturlandschaft dar. Die sieben Weltkulturzonen und mehr als 3000 Tempel und Schreine, die alle noch aus der Malla-Ära stammen, sind ein klares Zeugnis des künstlerischen Fähigkeiten der Newaris. Das Volk der Newari war stark urbanisiert und vieles von ihrer Kultur enthält Rituale, Feste, die stark von ihrer Religion geprägt waren. Sie folgten dem Hinduismus, aber auch dem Buddhismus, feierten Feste und verehrten die Gottheiten beider Glaubensrichtungen und sind somit ein einzigartiges Beispiel für religiöse Toleranz und ein harmonisches Leben.

TeaserMagazineWeeklyEscapeNepal1Die Nachfolger von Dwarika Da Shrestha übertragen noch heute die moralischen Werte auf das Dwarika’s Hotel. So gab beispielsweise seine Tochter Sangita den Töpfern die Anregung, traditionelle Öllampen aus Keramik nachzuformen, da Bronze und Messing zu teuer geworden sind, und auch seine Frau Ambica, Dreiktorin des nepalesischen Tourismus-Verbandes und eine der einflussreichsten Frauen des Landes, geht mit gutem Beispiel voran. Sie holte Frauen ins Boot, die sonst niemand mehr haben wollte, Taubstumme, Verstoßene, Opfer des Mädchenhandels, die düstere Seite der nepalesischen Gegenwart. Das Dwarika’s Hotel steht für die Tradition Kathmandu’s, ist keine billige Hotelkette, sondern ein Ort, an dem Schlüssel faustgroße Vorhängeschlösser öffnen, Riegel aus Schmiedeeisen zur Seite geschoben werden, Räume voller Antiquitäten entstehen und nepalesisches Reispapier auf dem Schreibtisch liegt. Die Badezimmer sind mit schwarzem Schiefer aus dem Himalaya-Gebirge verfliest, es läuft leise Musik und insgesamt scheint das Hotel mehr einem belebtem Museum zu gleichen. Die Stadt und das Hotel sind ein Sinnbild für alte Traditionen und Handwerkskunst. Namasté in Kathmandu!

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Text: Julia Otto
©Dwarika’s Hotel

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